Aktuelles alle BI en

NACHRICHTEN DEUTSCHLAND - MVregio Aktuell: CDU will neuen Investor für Kraftwerk in Lubmin finden

18.12.2009: Lubmin/Schwerin/MVregio Eine Woche nach dem Rückzug des dänischen Energiekonzerns Dong Energy aus dem umstrittenen Kraftwerksprojekt in Lubmin fordern CDU-Politiker, nach einem neuen Investor zu suchen.  

Im Interesse der Versorgungssicherheit könne noch nicht auf Kohlekraftwerke verzichtet werden, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Waldmüller (Foto), am Freitag in Schwerin. Auch aus wirtschaftspolitischer Sicht wäre es sinnvoll, einen neuen Investor für das Großprojekt zu finden.

Unterdessen teilte die Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald & Co. KG mit, ihre Anträge zum Bau des Kraftwerks vorerst nicht zurückzuziehen. Gegenwärtig würden Lösungsmöglichkeiten nach dem angekündigten Rücktritt des dänischen Energiekonzerns Dong Energy geprüft, teilte die Investorengruppe am selben Tag in Lubmin mit.

Gemeinsam mit den Gesellschaftern sollen zunächst mögliche Folgen aus dem Dong-Rückzug untersucht werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Projektleiter Peter Gedbjerg und Albert Uwe Schön. Der dänische Staatskonzern hält 74,9 Prozent der Anteile an der Projektgesellschaft. 25,1 Prozent liegen bei der WV Energie AG Frankfurt/Main, an der neben der Wintershall AG mehrere kommunale Versorgungsunternehmen beteiligt sind, darunter Stadtwerke in Berlin und München.

Dong Energy hatte am Freitag vergangener Woche erklärt, seine Pläne zum Bau eines 2,3 Milliarden Euro teuren 1600-Megawatt-Steinkohlekraftwerk in Lubmin aufzugeben.

MVregio Landesdienst mv/ovp/sn


 

   
dong-skrotter Dong beerdigt ein deutsches Kohlekraftwerk

Die Geschäftsführung von Dong Energy begräbt die Pläne für ein Kohlekraftwerk in der deutschen Stadt Greifswald.
Dong hat bereits Millionen in das Projekt investiert. Das Geld ist in den Gulli verschwunden.

Michael Stenvei
Die Geschäftsführung von Dong Energy hat beschlossen, die Idee, in der norddeutschen Stadt Greifswald ein Kohlekraftwerk zu errichten, zu begraben. „Dong ist auf ein enges Zusammenspiel mit der Gesellschaft angewiesen, in der wir agieren wollen. Wir haben nicht länger das Gefühl gehabt, von der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern die nötige Unterstützung zu erhalten und haben daher die Konsequenzen gezogen,“ sagt Anders Eldrup, geschäftsführender Direktor von Dong Energy. 
Er betont, dass das Projekt sowohl zu Hause in Dänemark als auch in Deutschland zu langen Schlangen von Kritikern geführt hat. Daher kommt der Beschluss der Geschäftsführung, sich von dem deutschen Projekt zu verabschieden, nicht überraschend.

„Die Entscheidung kommt nicht plötzlich. Vor drei Jahren haben wir das Projekt begonnen, und eine lange, lange Wegstrecke war damit verbunden,“ sagt Anders Eldrup. Außer der fehlenden Unterstützung in Deutschland deutet der Dong-Chef an, dass der deutsche Beschluss, Atomkraft weiter nutzen zu wollen, ausschlaggebend für den Rückzug aus dem Greifswald-Projekt gewesen sei.

Das Projekt wurde zu Beginn als ein entscheidendes Standbein im zukünftigen Energiegeschäft dargestellt. Heute bestreitet Anders Eldrup, dass für die Geschäfte von Dong das Greifswald-Projekt so bedeutend sei.
„Im Frühjahr haben wir beschlossen, in zwei Gaskraftwerke zu investieren. Eins in England und eins in Holland, außerdem betreiben wir eine große Zahl von Windparks. D.h., von Stillstand kann keine Rede sein,“ sagt Anders Eldrup.

Er kann sich außerdem darüber freuen, dass der Beschluss zur Aufgabe des deutschen Kohlekraftwerks, den Kostendruck auf Dong verringert. Dong war in den vergangenen Monaten einer Art ökonomischen Großreinemachens zur Kostenreduzierung ausgesetzt. D.h. zum Beispiel, dass die Investitionen für 2010 und 2011 im schlimmsten Fall um 20 Milliarden Kronen gekürzt werden sollten. Unter diesem Blickwinkel, wäre das Greifswald-Projekt mit seinen veranschlagten 15-16 Milliarden Kronen eine tickende Zeitbombe für die Geschäfte von Dong.

Aber selbst, wenn die Dong-Führung nun nicht mehr nach einer Tüte mit Milliarden für das Projekt suchen muss, bleiben dem Staatskonzern ökonomische Ohrfeigen nicht erspart. Die Jahresrechnung von 2007 zeigt, dass für die Projektentwicklung 250 Millionen Kronen nötig waren. Es stellt sich die Frage, wie viel davon nun verloren ist.

„Ich möchte nichts zu Zwischenabrechnungen sagen. Aber es ist klar, dass wir Geld für die Projektentwicklung ausgegeben haben,“ sagt Anders Eldrup und will aber keine konkreten Zahlen nennen.


Kohlekraftwerk Greifswald (Schlagzeilen aus der Mitte)

• 2006 beschloss Dong Energy in Deutschland ein Kohlekraftwerk zu bauen.
• Das Werk für 1.500 MW sollte in der Nähe der norddeutschen Stadt Greifswald entstehen.
• Als Investitionssumme wurden 15-16 Milliarden Kronen veranschlagt.
• Für die Projektentwicklung wurden zunächst 250 Millionen Kronen ausgegeben.
• Nun hat Dong die Pläne begraben. Den Verlust möchte man nicht offen legen.



   
xmas_gedicht
   
Ostsee-Zeitung l 14.12.2009
Bündnis: Lubmin braucht Alternative Rügen (OZ/dpa)

Nach dem Aus für das geplante Kohlekraftwerk bei Lubmin haben Bürgerinitiativen die schnelle Umsetzung umweltfreundlicher Konzepte für die Region gefordert. „Wir wollen unsere Strukturen nutzen,um Lubmin zu einem Standort für alternative Energien zu machen“, sagte Karin Kaspar, Vorsitzende der Allianz der Umweltverbände und vier Bürgerinitiativen gegen die Kraftwerkspläne. In den nächsten Tagen wolle das Aktionsbündnis sich treffen,um darüber zu beraten. „Lubmin wäre ein guter Montagestandort für Offshore-Windkraftanlagen“, meinte Kraftwerks- Gegner Torsten Jelinski aus Thiessow auf Rügen, wo rund 100 Menschen gestern zu einem Freudenfest zusammenkamen. Der Fährhafen Mukran könnte als Servicestandort für Windräder ausgebaut werden. „Dann hätten die Inselbewohner auch was davon.“ Dass Dong die Pläne aufgeben werde, sei in den letzten Tagen immer wahrscheinlicher geworden. Jelinski: „Ich hatte vor zwei Wochen ein Gespräch in der Dong-Zentrale in Kopenhagen. Die obersten Chefs wussten von vielen Problemen in Lubmin gar nichts.“ In mehreren vorpommerschen Städten läuteten gestern –wie zuvor bei Protestaktionen gegen das Kraftwerk – Kirchenglocken, um auf die Weltklimakonferenz in Kopenhagen aufmerksam zu machen. In Ueckeritz auf Usedom trafen sich gestern Abend ebenfalls Kohlekraftwerks-Gegner zu einer Feier. Unterdessen bedauerten die Unternehmen in Mecklenburg- Vorpommern den Rückzug des dänischen Energiekonzerns. Die Chance, einen vergleichbaren Großinvestor zu finden, sei ziemlich gering, erklärte der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände im Nordosten, Hans-Dieter Bremer. Der Aufsichtsrat des Dong-Konzerns hatte am Freitag den Rückzug aus dem Vorhaben beschlossen. Dong Energy wollte am früheren Atomstandort Lubmin für rund 2,3 Milliarden Euro ein Steinkohlekraftwerk mit 1600 Megawatt Leistung errichten, was Umweltschützer heftig kritisiert hatten.


   

Pressemitteilung: Lubmin/ Schwerin, 09.12.2009

UmweltpreisUmweltpreis des Landtages M-V verliehenUrkunde

Bürgerschaftliches Engagement vor Ort bringt Energiewende voran

Die Bürgersolaranlage Neustrelitz und das Kompetenzzentrum Regiostrom Ivenack GmbH sind die Gewinner des Umweltpreises des Landtags Mecklenburg-Vorpommern 2009, um den sich auch die Allianz der Bürgerinitiativen und des BUND und WWF beworben hatten. Weitere Informationen dazu unter Allianz und BUND.

Die prämierten Projekte zeigen, dass wesentliche Impulse auf dem Weg zur Energiewende aus dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort entspringen. Dieser Wille zur Gestaltung sollte auch Handlungsprinzip der Landesregierung werden, die im Bereich Erneuerbare Energie noch deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.


   

Seite 4 von 22