Ostsee-Zeitung I
Nachdem die dänische Firma Dong das umstrittene Vorhaben eines Kohlekraftwerks bei Lubmin aufgegeben hat, steigen auch die Partner aus.

Lubmin/Schwerin/München (OZ) - Nach dem Rückzug des dänischen Investors Dong Energy gehen jetzt weitere Anteileigner auf Distanz zum Projekt des Steinkohlekraftwerkes in Lubmin bei Greifswald. „ Wir beteiligen uns auf keinen Fall am Neubau eines Steinkohlekraftwerkes", sagte Christian Miehling von den Stadtwerken München.

Die Firma ist an der WV Engergy AG (Frankfurt/Main) beteiligt, die 25,1 Prozent der Anteile an der Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH & Co. KG hält und das Genehmigungsverfahren für das geplante Kraftwerk weiter vorantreibt. Die WV Energie AG Frankfurt/Main, zu der neben der Wintershall AG viele kommunale Versorgungsunternehmen gehören, sucht zudem einen neuen Großinvestor, der die Dong-Anteile übernehmen soll.

Die in der Allianz „ Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" vereinten Bürgerinitiativen und Umweltverbände wundern sich indessen „ über den Optimismus der Verantwortlichen", neue Investoren für ein Kohlekraftwerk am Greifswalder Bodden finden zu können. Nach Kenntnis von Arndt Müller vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) tragen sich neben den Münchner Stadtwerken weitere Kleinaktionäre mit dem Gedanken, aus dem Projekt auszusteigen. Laut Müller wolle sich auch die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) aus Österreich, die eine der größten Beteiligungen an der WV Energie AG halte, von den Lubmin-Plänen zurückziehen, weil sie künftig „ bevorzugt auf Wind und Wasserkraft" setze. Laut BUND wollte die TIWAG 150 Millionen Euro in Lubmin investieren.

ELKE EH LERS

Weitere Iinformationen dazu auch beim BUND Mecklenburg-Vorpommern