Heringsgutachten

Erneuter Versuch der Einflussnahme auf das Genehmigungsverfahren:

 

Minister Backhaus: Heringsgutachten liefert keine Verweigerungsgr├╝nde

Nr. 238/09 - 26.08.2009 - LU - Ministerium f├╝r Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Das vom Johann Heinrich von Th├╝nen-Institut, Institut f├╝r Ostseefischerei Rostock (vTI/OSF) im Auftrag des Landwirtschafts- und Umweltministeriums und des Staatlichen Amtes f├╝r Umwelt und Natur Stralsund┬áerarbeitete Gutachten zu m├Âglichen Auswirkungen ┬ádes geplanten Steinkohlekraftwerkes in Lubmin ┬áauf die Fischbest├Ąnde ┬áder westlichen Ostsee und insbesondere auf den Bestand des R├╝genschen Fr├╝hjahrsherings liegt jetzt vor.

Die Gutachter kommen dabei zu dem Schluss, dass "vom Betrieb des Kraftwerks keine unmittelbaren negativen Auswirkungen auf die Fischerei erwartet werden. Die Hauptwirkung der Abwassereinleitung wird f├╝r die Rekrutierung des R├╝genschen Fr├╝hjahrsherings erwartet, die im schlechtesten Fall auf eine Reduzierung der Nachwuchsproduktion zwischen 4 und 7% gesch├Ątzt wird. Im Vergleich zur hohen nat├╝rlichen Variabilit├Ąt der Rekrutierung ist eine solche Auswirkung zwar erheblich, aber weder katastrophal noch irreversibel. Aus den Ergebnissen dieser Studie lassen sich daher mit Blick auf die kommerzielle Fischerei und die Biologie mariner genutzter Fischarten keine Verweigerungsgr├╝nde f├╝r die Errichtung des Kraftwerks ableiten, wohl aber Empfehlungen, um die potentiellen Auswirkungen der K├╝hlwassereinleitung und insbesondere die Kumulierung der Wirkung von Stressoren auf Heringslaich und Larvenentwicklung zu minimieren."

"Das ist aus meiner Sicht das wichtigste Resultat des Gutachtens. Dieses Fazit der Wissenschaftler┬á ersetzt aber nicht die eigenst├Ąndige Bewertung des Gutachtens durch die zust├Ąndigen Genehmigungsbeh├Ârden. Insofern k├Ânnen wir heute auch nur feststellen, dass mit dem Gutachten eine weitere Grundlage f├╝r eine Entscheidung┬á ├╝ber die Genehmigungsf├Ąhigkeit geschaffen wurde ÔÇô nicht mehr aber auch nicht weniger!", betonte der Minister auf der Pressekonferenz.

In dem Gutachten, das durch Dr. Christopher┬á Zimmermann, stellvertretender Institutsleiter des Instituts f├╝r Ostseefischerei (OSF) in Rostock,┬á auf der Pressekonferenz vorgestellt wurde, werden die aktuell vorhandenen ┬áund potentiellen Laichgebiete im Einflussbereich des erw├Ąrmten Kraftwerkabwassers hinsichtlich ihrer Bedeutung f├╝r die Reproduktion untersucht. Dies war erforderlich, da der Greifswalder Bodden das Hauptlaichgebiet des R├╝genschen Fr├╝hjahrsherings ist. Im Verlauf der Genehmigungsverfahren hatte sich herausgestellt, dass die Angaben in den Antragsunterlagen und die sonstigen bereits bei den Beh├Ârden vorliegenden Informationen zu den Auswirkungen des Betriebs des geplanten Steinkohlekraftwerkes auf den Fischbestand der westlichen Ostsee nicht ausreichend sind.

Die von der Vorhabentr├Ągerin vorgelegten Daten waren zum Teil rund 20 Jahre alt.┬á Allerdings waren auch keine ausreichende aktuellere┬á Daten verf├╝gbar. Deshalb wurde durch das Staatliche Amt f├╝r Umwelt und Natur in Absprache mit dem Ministerium dieses Gutachten in Auftrag gegeben.

Weitere Informationen hier und eine Pressemedung von Helmut Holter (Die Linke) vom 26.8.2009.

Die Studie wude jetzt vom STAUN ver├Âffentlicht. Hier herunterladen (Achtung: 27 MB!)