Widerstand gegen Erdgasleitung OPAL

Ostsee-Zeitung l Dienstag, 13. Januar 2009 | Mecklenburg-Vorpommern l 275 Wörter
Widerstand gegen Erdgasleitung OPAL

Stralsund (dpa) Die geplante Erdgasleitung OPAL von Lubmin ins sächsische Olbernhau stößt in MV, Brandenburg und Sachsen auf wachsenden Widerstand. Das Projekt der Wingas GmbH sei wegen einer schon genehmigten Alternativtrasse entbehrlich, teilte die Umweltorganisation BUND gestern im Vorfeld einer Anhörung des Bergamtes Stralsund in Schwerin mit. OPAL steht für Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung.

Eine Brandenburger Bürgerinitiative und der Bund für Umwelt und der Naturschutz BUND tragen heute und morgen ihre Einwendungen gegen die 480 Kilometer lange Trasse vor. 

Nach den Worten des BUND- Energieexperten Arndt Müller hat das Land bereits die parallel verlaufende Gasleitung des Hamburger Unternehmens Concord Power Nordal GmbH zwischen Lubmin und Börnicke bei Berlin genehmigt. Diese Trasse sei mit zwölf Metern kaum halb so breit wie die geplante OPAL, die zudem quer durch die Landschaft führen solle. Nordal nutze zumindest Forsttrassen, die Eingriffe in Natur und Landschaft seien geringer. Weiter kritisiert der BUND die „miserable Klimabilanz“ von Wingas. Die Technologie der Gasverdichterstation in Lubmin sei nicht mit den Klimaschutzvorgaben und der Energieeffizienzstrategie der Landesregierung zu vereinbaren. Durch die Verdichterstation würden bis zu 850 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr frei, unter anderem wegen der fehlenden Abwärmenutzung. 

Zudem solle die riesige, lärmintensive Verdichterstation inmitten eines europäischen Vogelschutzgebietes am Greifswalder Bodden entstehen.

Nach Auffassung des BUND streben die OPAL-Planer danach, mit der Leitung ein Monopol auf die Weiterleitung des russischen Erdgases aus der Ostseepipeline zu erhalten. Anteilseigner der Wingas GmbH seien Gazprom und BASF. Wettbewerber blieben ausgesperrt. Die Leitung würde als reine Transitleitung von Lubmin nach Tschechien dienen, ohne dem deutschen Gasmarkt zu nutzen. Das sei bei der Nordal-Trasse anders, betonte Müller.