Bürgerinitiative Usedom bezweifelt Seriosität der Ankündigung von DONG Energy, eine gravierende Verringerung des Schadstoffausstoßes in dem in Lubmin geplanten Kraftwerk zu erreichen.

Während der Erörterungen zum Dong-Antrag traten viele Mängel des Projektes zutage. Daraufhin hat das StAUN Stralsund DONG Energy eine Reihe von Auflagen erteilt.

Kaum sind diese Auflagen erschienen, meldet der Projektleiter des Kraftwerkes, Herr Gedbjerg, eine fast revolutionäre Verringerung des Ausstoßes: 5-fache Reduktion der Quecksilberemissionen (d. h. von 1000 kg/a auf 200 kg/a) und Halbierung des Schwefeldioxids und der Stickoxide. Als Begründung werden bessere Filtertechnik und veränderte Betriebsprozesse genannt.

Die Seriosität dieser Aussagen wird durch die BI Usedom bezweifelt, da beim Einsatz von BVT (beste verfügbare Technik) in modernen Großkohlekraftwerken solche gravierende Verbesserungen/Veränderungen um 200% bis 500% niemals möglich sind.

Fazit: entweder wollte DONG ursprünglich ein veraltetes Kraftwerk bauen, oder die jüngsten Aussagen von Herrn Gedbjerg sind nur ein erneuter schlechter PR-Trick. Kein Wort verliert Herr Gedbjerg aber über die anderen Schadstoffe wie täglich 2 t hochgiftigen Feinstaubs, weitere Schwermetalle neben Quecksilber sowie die Kühlwassereinleitung in den Greifswalder Bodden mit all ihren gravierenden Folgen für dessen empfindliches Ökosystem.

Als PR-Trick ist auch die Ankündigung von DONG zu bewerten, Fördermittel zur Erforschung der sog. CCS-Technik (Abscheidung des CO2 aus dem Rauchgas und Lagerung in sicheren geologischen Formationen) zu beantragen. Im vergangenen Jahr berichtete DONG selbst über einen eigenen diesbezüglichen Großversuch in einem ihrer dänischen Kraftwerke. Das Fazit lautete damals: “CCS ist ineffizient und viel zu teuer“ (s. TAZ vom 24.11.08).

Fazit: die Politiker sind gut beraten, die Steuergelder für die Erforschung alternativer Energiequellen einzusetzen und nicht für wenig erfolgversprechende CCS-Untersuchungen.

Und DONG Energy fordern wir auf, konkrete Aussagen zu den „Veränderungen“ in der Kraftwerksplanung (falls vorhanden) zu machen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

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