BI-Greifswald

Wir sind unendlich traurig

Wir sind unendlich traurig

Hermann Scheer ist tot. – Die Nachricht erreichte mich heute Morgen fast zeitgleich mit dem Anruf meiner Buchhandlung, dass sein Buch „Der EnergEthische Imperativ“ eingetroffen sei und zur Abholung bereit liege. Hermann Scheer tot, unfassbar. Dieser aufrechte und ehrliche Mensch, dieser Weltpolitiker, dieser Vorreiter und Visionär, dieser unermüdlicher Kämpfer, dieser große Humanist.

Anlässlich der Premiere des Films „ Die 4te Revolution Energy Autonomy“ hier in Greifswald haben wir Dich zu unserem Vorbild erklärt: Ohne Kompromisse kämpfen für eine bessere Welt. Und wir waren uns doch einig: Keine Ausreden mehr, 100% Erneuerbare - jetzt.

Wir haben uns selten gesehen, aber immer verstanden. Du hast unsere Initiative unterstützt, Du hast uns mitgerissen und begeistert, warst ein Freund, unser großes Vorbild. Du hast uns Kraft gegeben und ich verspreche Dir, das gemeinsame Ziel unnachgiebig, mit großem Engagement und Herzblut fortzusetzen.

Wir sind untröstlich und tief traurig

Oskar Gulla

 

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Karikatur von Karin Wurlitzer zum Fernwärmeangebot von DONG
 

Ebnet: „Bedenken ausgeräumt“

Ex-Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) macht bei der Genehmigung des geplanten Kohlekraftwerkes in Lubmin kräftig Druck. Umweltbedenken hält er jetzt für gegenstandslos.
Lubmin Der frühere SPD-Wirtschaftsminister und heutige Dong-Lobbyist Otto Ebnet bezeichnete die Bedenken gegen das geplante Kohlekraftwerk als „gegenstandslos und ausgeräumt“. Nachdem der dänische Investor Dong Energy die Genehmigungsunterlagen überarbeitet habe, gebe es keinen Grund mehr, „an den alten Bedenken festzuhalten“. Ebnet ist Vorsitzender des Rates für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommerns (RAT).

Dong musste seine Pläne für das Zwei-Milliarden-Vorhaben vor allem im Umweltbereich verbessern. Nach Einreichung der überarbeiteten Unterlagen rechne er damit, dass die Genehmigungsbehörde noch im Mai die Vollständigkeit der Papiere bestätige, sagte der Deutschlandchef von Dong, Peter Gedbjerg gestern in Lubmin.

Die angekündigten Verbesserungen im Bereich von Schadstoffbelastungen, Wasser- und Naturschutz werden zu beträchtlichen Zusatz-Investitionen und Mehrkosten im Kraftwerksbetrieb führen. Gedbjerg kommentierte dies mit den Worten: „Unsere Bewertung ist, dass sich das Projekt trotzdem noch lohnt“, wobei er das Wörtchen „noch“ besonders betonte.

Dank der Maßnahmen würden unter anderem die Staub- und Schwefeldioxidausträge um etwa die Hälfte und der zu erwartende Quecksilbereintrag in den Greifswalder Bodden auf 20 Prozent des ursprünglich angegebenen Wertes gesenkt. Zudem sei die Kläranlage größer dimensioniert als anfangs geplant.

„Außerdem werden wir den Betrieb des Kraftwerks so regulieren, dass bei bestimmten meteorologischen Bedingungen das in den Bodden eingeleitete Wasser eine kritische Temperatur nicht erreichen wird“, versicherte Gedbjerg. Zugleich sei in Lubmin der Bau einer Messstation geplant, deren Überwachungswerte im Internet verfolgt werden könnten.

Unterdessen forderte der von mehreren Unternehmen der Region geförderte RAT einen raschen Abschluss des Genehmigungsverfahrens. Dong habe mit Akribie alle im Erörterungsverfahren aufgeworfenen Fragen und Hinweise abgearbeitet und ein schlüssiges Konzept erstellt, das sich in den Industriestandort Lubmin, aber auch in die Tourismusregion einfüge, sagte Ebnet und fügte hinzu: „Eine schnelle Umsetzung des Projektes wäre angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise außerordentlich vorteilhaft für die Region.“ Besonders die unter Auftragsrückgängen leidende Bau- und Ausrüstungsfirmen hoffen nach Angaben des Unternehmerverbandes Vorpommern auf das Steinkohlekraftwerk. Laut Verbandschef Gerold Jürgens würden mindestens 20 Prozent der Gesamtinvestition in die regionale Wirtschaft fließen. Ebnet stellte folgenden Vergleich an: „Während das Land im Rahmen des Konjunkturpaketes 300 Millionen ausgibt, haben wir hier zwei Milliraden.“ Gedbjerg gab zu, den Protest gegen das Kraftwerk unterschätzt zu haben: „Wir haben in den letzten zwei Jahren viel gelernt über die Empfindlichkeit in der Region.“
BENJAMIN FISCHER

   

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titanic-karikatur_karin wurlitzer
 

KREDO neu

Paradigmenwechsel in der Elektroenergieversorgung

Überarbeitetes Energiekonzept KREDO der BI für die Ostseeküste

Infolge zunehmender Windenergienutzung an den Küsten und auf See (offshor) entkoppeln sich Erzeugerzentren und Verbraucherschwerpunkte. Verstärkt wird dies noch in Vorpommern durch einen neu zu errichtenden fossilen Kraftwerkspark in Lubmin.
Die räumliche Entkopplung führt zu einem Paradigmenwechsel in der Elektroenergieversorgung. Dies wird an den Küsten am deutlichsten sichtbar, da der Strom nur nach einer Seite - wo kaum traditionelle Verbraucherschwerpunkte sind - abfließen kann.
Das erfordert einen Umdenkungsprozess. Die volatile (wetterabhängige), d. h. schwankende Stromerzeugung bedarf - neben ihrer Ableitung - eines ausreichenden regelfähigen Backups. Eine sinnvolle und nachhaltige Nutzung dieser erneuerbaren Energieressourcen ist deshalb nur im “Dreierpack“ mit konsequentem Netzausbau und regelfähigen Kraftwerks- und Speicherkapazitäten möglich.
Dass dies bisher in unzureichendem Maße erkannt und verarbeitet ist, beweist der derzeitige Status der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Hier besteht akuter politischer Handlungsbedarf.
Die privaten Energieversorgungsunternehmen (EVU) und der Markt richten es nicht. Die Windenergienutzung wurde gesetzlich aufoktroyiert. Das kollidiert aber wiederum mit den bisher genehmigten und im Bau befindlichen regelresistenten Großkraftwerken, die aus anderen gesetzlichen Vorschriften resultieren.
Dadurch bleiben Nachhaltigkeit, mehr Wettbewerb, weniger Importabhängigkeit, künftig bezahlbare Strompreise und CO2-Reduktion - bisher gefördert durch Steuermillionen - auf der Strecke.

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