Mitglieder-Information 26. Januar 2010

Liebe Mitglieder und Sympathisanten der Bürgerinitiative Greifswald gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin,

auch wenn 2010 schon einige Tag alt ist und wir alle schon wieder mittendrin im Alltagsgeschehen, möchten wir Ihnen und Euch im Namen des Vorstands noch ein gesundes neues Jahr wünschen und uns gemeinsam ein erfolgreiches.

Am 11.Dezember 2009 ging unter uns ja ein Jubel los, nachdem wir alle die Meldung "DONG GIBT AUF" gelesen hatten. Einige Tage und Jubelfeiern später sind wir nun etwas ernüchtert, denn:

WIR SIND DAS KOHLEKRAFTWERK IMMER NOCH NICHT GANZ LOS!

Wir möchten das kurz erläutern, zum Verständnis der Lage, die uns auch erst in der Folge des Rückzugs von Dong energy A/S, Kopenhagen, deutlich wurde:

Für die Planung und Realisierung des Steinkohlekraftwerks in Lubmin wurde extra die "ProjektgeselIschaft DONG Energy Kraftwerke Greifswald GmbH & Co. KG (DKG)" gegründet. Dong energy Kopenhagen hält hier einen Anteil von 75 %, mit der Entscheidung, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, wird zunächst also nur die Projektgesellschaft erheblich geschwächt, da der Hauptinvestor das (hoffentlich bald ganz sinkende) Schiff verlässt.

25 % an der Projektgesellschaft hält die WV Energie AG Frankfurt/Main, zu der neben der Wintershall AG viele kommunale Versorgungsunternehmen gehören.

Für uns bedeutet das, dass wir unseren Fokus verstärkt auf diese Anteilshaber richten und sie überzeugen das ihnen anvertraute Geld lieber in die Erneuerbarebn Energien zu stecken, statt in Kohlekraft zu fehlinvestieren. Vom Klimaschutz ganz zu schweigen.

Die Geschäftsführung der Projektgesellschaft hingegen sucht nunmehr einen neuen Großinvestor, der die Dong-Anteile übernehmen soll. Es wurde ausdrücklich zwischen Dong und WV Energie AG vereinbart:

"Während dieser Phase beabsichtigt die Projektgesellschaft keine Schritte zu unternehmen, die der Realisierung des Kraftwerksprojekts entgegenstehen. Insbesondere werden die gestellten Genehmigungsanträge nicht zurückgezogen."

Das Antragsverfahren beim StAUN in Stralsund wurde also bisher nicht gestoppt!

Die Umweltverbände arbeiten weiterhin fachlich die Gutachten ab und erstellen Expertisen, die die Unmöglichkeit, das SKW zu genehmigen, untermauern.

Die Arbeit ist noch nicht zu Ende, wir warten derzeit mit großer Spannung, wie es weitergeht.

Daher bitten wir Sie und Euch ebenfalls, wachsam zu bleiben, Informationen zu sammeln und weiterzugeben, der BI noch treu zu bleiben und weiterhin gemeinsam mit uns zu kämpfen, bis wirklich mit diesem unmöglichen Projekt Schluss ist!

Mit freundlichen Grüßen

Martina Bahnsen Thomas Wellendorf Ulrike Berger