Pressemitteilung

 

Tagung mit Weitblick

Auf einem Segeltörn bei Sonne und frischem Wind entwickeln Energie-Fachleute, Bürger und Landespolitiker Schritte für eine Energiewende in MV – 100% Erneuerbare Energien für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern kann nur mit einer viel stärkeren Einbindung der Bürger klappen

Was verbindet einen Stadtwerke-Mitarbeiter mit einem Lehrer und einen Landtagsabgeordneten mit einem Energieberater? Ganz einfach: das Thema Energie. Mit einem ungewöhnlichen gemischten Publikum nahm am 5.Oktober das Segelschiff Lovis Kurs auf den Greifswalder Bodden. Unter dem Motto „Klar zur Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern - Fahrt aufnehmen Richtung Erneuerbare Energien“ diskutierten Fachleute der Energiebranche von Stadtwerken und Kommunen, überregionalen Energieunternehmen, Universitäten und aus der Landespolitik gemeinsam mit engagierten Bürgern, welche Potenziale und Möglichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern (MV) für eine Energiewende genutzt werden können. „Einen so offenen Umgang und so ein Verständnis für die Sichtweisen des anderen habe ich selten auf anderen Fachveranstaltungen erlebt“, so Veranstalter Bernd Giese. „Genau dieses gemeinsame Verständnis, bei der Energiewende in einem Boot zu sitzen, brauchen wir.“

Entwickelt wurde die Idee einer dezentralen Energieagentur, die mit einzelnen Vertretern in den Kommunen MVs lokal über bestehende Fördermöglichkeiten aufklärt und das im Land vorhandene Know-How in der Erneuerbare Energien (EE)-Branche fördert und öffentlich macht. Eine Intensivere Beteiligung von Anwohnern und Kommunen bereits bei der Planung von EE-Projekten hilft, die Akzeptanz für EE zu erhöhen. Chancen für mehr Tatkraft sehen die Teilnehmer auch durch Integration von Klimaschutzvorgaben in die Raumplanung. Kommunen und Bürger müssen frühzeitig eingebunden werden, nur dann kann der notwendige Ausbau auf 100% EE natur- und sozialverträglich klappen. Stadtwerke könnten mit ihrer Verankerung in der Region DIE Vorreiter der Energiewende werden. Es liegt in der Hand der kommunalen Aufsicht der Stadtwerke, klare Energiewende-Vorgaben zu machen und in der Hand der Stromkunden, ihre Stadtwerke zu ermutigen Ökostromtarife anzubieten und mehr in EE zu investieren. Um zur Investition in EE-Anlagen zu motivieren bzw. häufig auftretende Finanzierungslücken bei schon in Angriff genommenen Projekten zu schließen, wurde auch ein Kreditfonds für M-V vorgeschlagen. Eine große Hilfe, um einkommensschwachen Haushalten zu helfen, ist das Stromsparcheck-Programm des Bundesumweltministeriums: Teilnehmer der Fahrt fordern die Stadt Greifswald dazu auf, sich für das Programm des BMU zu bewerben.

Als großes Problem wurde das fehlende Standortentwicklungsprogramm für Lubmin ausgemacht. Im neuen Regionalen Raumentwicklungsprogramm für Vorpommern sowie auch im Energiekonzept „Energieland 2020“ von M-V wird immer noch von der Annahme ausgegangen, Großkraftwerke auf Basis fossiler Brennstoffe ansiedeln zu können, obwohl sie sich im Falle von Kohle als nicht genehmigungsfähig erwiesen haben bzw. die Investoren der geplanten Gaskraftwerke aus wirtschaftlichen Gründen das Interesse verloren. Ein mit den Erfordernissen des Landes und der Region abgestimmtes Standortentwicklungsprogramm für Lubmin, das auch Betriebsansiedlungen der EE-Branche beinhaltet, könnte endlich für einen nennenswerten Zuwachs an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Vorpommern führen. Bei diesem Programm sollte das Land anstelle der bisher verantwortlichen Energiewerke Nord (EWN) die Führung übernehmen, um die Stagnation der letzten Jahre am Standort Lubmin zu überwinden.

Mit freundlichen Grüßen

Frauke Wiese

Bildungslogger Lovis
BÖE e.V.
Tel.: 0176/20444562
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Dr. Bernd Giese

Bürgerinitiative Greifswald
gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin e.V.
Tel.: 03834/831669
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