Sehr geehrte Damen Herren,
im Namen der BI gegen das Kohlekraftwerk sende ich eine PM anlässlich des Besuchs von Umweltminister Gabriel auf Rügen mit der freundlichen Bitte um Berichterstattung.
Mit freundlichen Grüßen

Uwe Driest

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Dipl.-Volksw. Uwe Driest
Mitglied des Rügener Kreistags
Mitglied der Stadtvertretung Putbus

Circus 3
18581 Putbus - Insel Rügen
tel 038301-88328
mobil 0171-1922313
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(Download der Pressemitteilung als pdf-Datei hier möglich)
Pressemitteilung
Umweltbundesminister Gabriel kommt
:

Mahnwache, Freitag, 31. Juli, 15 bis 16 Uhr, Lauterbach



Bitte beachten: Sperrfrist Freitag 14 Uhr

„Kohleengel Gabriel“?


Derzeit befindet sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf „Sommerreise“. Dabei besucht er „Wälder als CO2-Senken, Erholungs- und Erlebnisräume sowie Energielieferanten". Neben einem Besuch des Ozeaneums in Stralsund steht auch eine Tour durch die Vorpommersche Boddenlandschaft und den Greifswalder Bodden auf dem Programm. Motto: „Wenn Natur zum Ziel für Touristen wird, erhält sie auch einen wirtschaftlichen Wert."

Auf der Insel Rügen wird sich der Minister den Nationalpark Jasmund vor dem Hintergrund des Antrages auf Anerkennung als Weltnaturerbe "Europäische Buchenwälder" ansehen. Außerdem ist am Freitag ein Besuch der Insel Vilm, laut Pressemitteilung aus des Ministers Haus „dem Kerngebiet des Biosphärenreservats Südostrügen“, geplant. Die Insel liegt bekanntlich im Greifswalder Bodden, an dessen Ufer ein – weil ohne Kraft-Wärme-Kopplung - anachronistisch ineffizientes Kohlekraftwerk entstehen soll, dessen Bau der Minister ausdrücklich gutheißt.

Die Rügener Bürgerinitiative gegen den Bau dieses Kohlemeilers wird den Minister daher am 31. Juli bei seiner Rückkehr vom Vilm mit einer Mahnwache von 15 bis 16 Uhr empfangen.

Erst vor wenigen Tagen hatte Sigmar Gabriel eine Antwort an die 37.000 Unterzeichner des Kohle-Appells versenden lassen, in der er behauptet, nur mit neuen, billigen Kohlekraftwerken könnten ältere, ineffizientere Kraftwerke aus dem Markt gedrängt werden und zudem würden Erneuerbare Energien und der Handel mit CO2-Zertifikaten einen strengen Rahmen vorgeben, der die CO2-Emissionen permanent reduziere.

Dem halten wir entgegen: Für den Ersatz eines alten durch ein neues Kraftwerk existiert nicht ein einziger Beleg. Energiekonzerne werden lieber ihre teuren, umweltfreundlicheren Kraftwerke abschalten als ihre alten, abgeschriebenen Kohlekraftwerke. Dadurch steigt der Anteil von Kohle im Strommix an - und damit auch der CO2-Ausstoß je erzeugter Kilowattstunde Strom. Denn Kohlemeiler können selbst mit modernster Kraftwerkstechnik nicht einmal die Hälfte der eingesetzten Energie in Strom umwandeln. Der Rest geht als Abwärme verloren - ungenutzt, wenn Kraft-Wärme-Kopplung nicht verpflichtend vorgeschrieben wird, wie vom Kohle-Appell gefordert. Im Fall Lubmin würde so die Hälfte der Energie eingesetzt, um den Bodden aufzuheizen.

Auch lässt sich beim Emissionshandel nur schwerlich von einem "strengen Rahmen" sprechen, denn Festlegungen gibt es bisher nur bis ins Jahr 2020. Kohlekraftwerke, die jetzt neu ans Netz gehen, werden auch zwischen 2040 und 2050 noch Strom produzieren - oder das investierte Kapital wird aus Klimaschutzgründen nicht mehr genutzt. Wer heute neue Kohlekraftwerke baut, steht damit in Zukunft vor der Wahl: Entweder bleiben Milliarden-Investitionen ungenutzt oder die Klimaschutz-Ziele werden aufgegeben. Ihre Lobbymacht stellten die Energiekonzerne in der Vergangenheit bereits unter Beweis.

Wir fordern gemäß dem Vorschlag der Deutschen Umwelthilfe ein Gesetz, auf dessen Grundlage

· nur noch moderne, hocheffiziente Kraftwerke ans Stromnetz gelassen werden,

· die Nutzung der Abwärme als Heizenergie verpflichtend vorgeschrieben wird,

* alte, ineffiziente Kraftwerke mit einem langsam steigenden Mindestwirkungsgrad aus dem Markt gedrängt werden. 

Uwe Driest: „Herr Minister, zeigen Sie Courage, ‚verkünden’ Sie, dass der Neubau ineffizienter und klimaschädlicher Kohlekraftwerken nicht länger legal ist, damit Sie nicht als Kohleengel Gabriel in die Geschichte eingehen!“

Für Rückfragen: Torsten Jelinski, 0171-9878824