Bericht über die Mitgliederversammlung der BI Usedom am 7.2.09

Auf der am 7.2.09 in Koserow durchgeführten Mitgliederversammlung, zu der immerhin über 30 von 150 Mitgliedern erschienen waren, wurde auch die überraschende Meldung von Dong Energy, modernste Filtertechnik in ihrem in Lubmin geplanten Steinkohlekraftwerk einzubauen, diskutiert. Damit könnten drastische Emissionsminderungen gegenüber den bisher geplanten Anlagen, die noch während des Erörterungstermines als „bestverfügbare Technik“ angepriesen wurden, erreicht werden. Die Anwesenden verurteilten einstimmig Dongs irreführende Meldung, die eindeutig darauf abzielt, verlorene Positionen mit unlauteren Mitteln zurück zu gewinnen.

Genau so ist auch die Ankündigung Dongs zu bewerten, Fördermittel zur Forschung für die sog. CCS-Technik (Abscheidung des CO2 aus dem Rauchgas und Lagerung in sicheren geologischen Formationen) zu beantragen. Im vergangenen Jahr berichtete Dong selbst über einen eigenen diesbezüglichen Großversuch in einem ihrer dänischen Kraftwerke. Das Fazit lautete: “CCS ist ineffizient und viel zu teuer“ (s. taz.de vom 24.11.08).

Dabei wurde nur die Machbarkeit der Abscheidung erprobt und anschließend das CO2 wieder in die Luft geblasen. Die „Endlagerung“ das Gases führt zu analogen Problemen wie die des Atommülls: Zwar nicht ganz so gefährlich, dafür aber nahezu unbeherrschbare Mengen (beim Verbrennen eines Kubikmeters Kohle entsteht das etwa fünffache Volumen flüssiges CO2!).

 

Ein weiteres Thema waren die Finanzen:

Erstens wurde daran erinnert, dass einige Mitglieder ihren Jahresbeitrag 2008 noch nicht gezahlt haben. Das sollte bis Ende Februar erfolgt sein.

Zweitens wurde das Thema „Sammelbüchsen“ noch einmal besprochen. Bei Volker Sachse liegt jetzt die Genehmigung der Aktion durch das Ordnungsamt vor. Die Büchsen sind bzw. werden jetzt an verschiedenen Stellen der Insel aufgestellt. Eine Frage dabei war: Was passiert mit dem gesammelten Geld, falls wir es nicht brauchen, d.h. keine Anwaltskosten für eine Klage gegen die Genehmigung des Kraftwerkes anfallen? Das wäre zu schön, um wahr zu sein! Aber sicher fallen noch Anwaltskosten für laufende Aktionen (z.B. Protokollbearbeitung der Anhörungen) an. Und bei Auflösung des Vereins sieht die Satzung eine gemeinnützige Verwendung vor.

Drittens wurde vorgeschlagen, die Gemeinden der Insel dafür zu gewinnen, analog dem Beispiel Rügens prophylaktisch Rückstellungen zu bilden, um im „Ernstfalle“ die BI bei einer erforderlichen Klage finanziell zu unterstützen.

Viertens wurde Peter Freygang Entlastung für seine Kassenführung bis 3.07.08 erteilt. Die Kassenprüfung des zweiten Halbjahres wird jetzt erfolgen, nachdem Dr. Walter Klingner als neuer zweiter Kassenprüfer gewählt wurde, da Petra Lobanowitsch diese Funktion nicht mehr ausführen kann, seit sie in den Vorstand gewählt wurde. Sie hat die Sitzung übrigens gekonnt geleitet, da sowohl Chris als auch Michal krank sind- den beiden gute Besserung.