Enttäuschung über Landrätin von OVP

Mitglieder der BI nutzten die Bürgersprechstunde der Landrätin am 14.10.2009 in Zinnowitz. Dabei wurden zum Steinkohlekraftwerk Lubmin folgende Fakten dargelegt:

- dass durch dieses Kohlekraftwerk mehr Arbeitsplätze vernichtet werden als neu geschaffen werden sollen (140 AK - das gleiche DONG-Kraftwerk in Emden benötigt nur 100!).
Rügen hat z.Z. in Mecklenburg-Vorpommern wegen des Tourismus die geringste Arbeits­losigkeit (OZ v. 13.10.09) und das bei viel weniger Pendlern als in Westmecklenburg!

- dass bei Betrieb des Kraftwerkes max. 30 Arbeitskräfte aus der Region kommen werden (bei derzeit 500 Bewerbungen),

- dass bei der Errichtung wegen EU-vorgeschriebener europaweiter Ausschreibung weitgehend osteuropäische Billigarbeitskräfte (wie in Hamburg Moorburg) zum Einsatz kommen und

- dass ein 6-Fußballfelder großes Freilager für zerkleinerte Steinkohle bei unseren Windhäufig-keiten unsere Urlaubsregion großflächig verschmutzt und unattraktiv macht,

Alle diese Argumente interessieren unsere Landrätin nicht, die als Befürworterin für DONG auftritt. (Sie sitzt im EWN- Aufsichtsrat...).

Lt. Landrätin entscheide das rechtsstaatliche Verfahren. Aber im Verfahren wird nicht über Kohle­staubverwehungen, Arbeitskräfte, ob den Kohlestrom hierzulande überhaupt jemand braucht oder ob der Ausbau der Windenergie - was alle Parteien wollen - blockiert wird, entschieden.

Was man von Versprechungen und Angaben von DONG zu halten hat, zeigen beispielhaft die Investitionskosten von (angeblich) 2.3 Mrd. €. Das vergleichbare Vattenfall-Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg ist größer und zudem mit Fernwärmeauskopplung und kostet nur 1,7 Mrd.€ (kühlturmbereinigt). Man fragt sich, weshalb wird uns so eine Summe vorgegaukelt?

Diese Sachargumente der Bürgerinitiativen möchte unsere Landrätin nicht hören, geschweige denn, sie mit Ergebnis prüfen zu wollen.

(Nach einem Leserbrief von Klaus Dieter Hoddow, Zinnowitz, den die Ostseezeitung natürlich nicht abdruckte!)