Castor-Nachlese-

was bleibt vom Industriestandort Lubmin?

Keine Investoren verprellen - so der Tenor unserer Landesregierung - weshalb u.a. die überfällige Ablehnung des ursprünglich von DONG-Energie beantragten Steinkohlekraftwerkes bisher nicht erfolgte. Obwohl weit überzogene Fristen und nach wie vor fehlende Inhalte dies mehr als gebieten. Stattdessen unterschrieb unsere Landesregierung erneut am 19.08.2010 das aktualisierte regionale Raum-Entwicklungs-Programm (RREP) mit einem Steinkohlekraftwerk in Lubmin.
Was das potentielle Steinkohlekraftwerk bereits ansatzweise geschafft hat - ist nun mit dem umstrittenen Castortransport endgültig - der Standort Lubmin dürfte für weitere anspruchsvolle Industrieansiedlungen verbrannt sein. Es ist nun landauf, landab und über die Bundesgrenzen hinaus bekannt, dass Lubmin ein zu meidender Standort ist - herzlichen Glückwunsch! Ebenso an Herrn Rittscher für dessen versenkte Infrastruktur-Millionen. Da kann man nur auf die Unabhängigkeit des Bundesrechnungshofes hoffen! Wer siedelt sich schon neben einem (terminlich völlig offenen) Lager für hochradioaktiven Müll an?
Vielleicht eine Müllverbrennungsanlage für Importmüll - danke. Oder doch noch ein unzeitgemäßes, unkompatibles, und nicht benötigtes Steinkohlekraftwerk inmitten in der beliebtesten deutschen Urlaubsregion?
Dabei muss klar gesagt werden, was sicher nicht jedem gefällt: Auch ein sofortiger gesamt­deutscher Atomausstieg würde das seit mehr als 35 Jahren existierende Problem nicht lösen. Es sind Schulden der Vergangenheit, die in aller Schärfe bestehen bzw. politische Leichen im Keller aller bisher regierenden Parteien.

Wie die Politik sich nur ständig mit sich selbst und gegenseitigen Schuldzuweisungen beschäftigt – das zeigt anschaulich die Fragestunde im Bundestag vom 17.12. zum Castortransport nach Lubmin.

Es ist schlicht die Unglaubwürdigkeit der Politik, die die Wutbürger auf die “Barrikaden“ treibt und im mildesten Fall zur Politikverdrossenheit führt.

Horst Thieme