Mit Biokatalysatoren zum Erfolg

Ostsee-Zeitung l Donnerstag, 05. Februar 2009 | Hansestadt Greifswald l 386 Wörter
Mit Biokatalysatoren zum Erfolg

In der stark wachsen- den weißen Biotechnologie sind Greifswalder sehr aktiv. Jetzt sollen Laborergebnisse in die Produktion überführt werden.

Greifswald Mit ihrem Projekt zur Fertigung maßgeschneiderter Biokatalysatoren haben sich drei junge Greifswalder Biochemiker beim deutschlandweiten Wettbewerb EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie durchgesetzt.

Als einziges Vorhaben in MV unter 13 Gewinnern republikweit überzeugten Dr. Marlen Schmidt, Dr. Rainer Wardenga (beide 31) und Dr. Christian Zimmer (32) eine Expertenjury von „Baltic Biocat - innovative und maßgeschneiderte Biokatalysatoren“. Sie werden nun eineinhalb Jahre gefördert. Ziel der Jungunternehmer sind die Herstellung und der Vertrieb neuartiger Biokatalysatoren (Enzyme), mit deren Hilfe hochreine Substanzen hergestellt werden können. Speziell geht es auch um Enzyme für die Produktion von Feinchemikalien – deren Herstellung verspricht hohe Gewinne. Die umweltfreundlichen Verfahren der „Weißen Biotechnologie“ liegen voll im Trend. Denn hier werden überwiegend natürliche oder nachwachsende Ressourcen genutzt. Schon jetzt werden so Produkte im Wert von rund 150 Milliarden Euro jährlich hergestellt, je ein Drittel sind Waschmittel und Lebensmittel. „Da bei uns schon Entwicklungen aus dem Labor vorliegen, sind eineinhalb Jahre ein akzeptabler Zeithorizont“, schätzt Mentor Prof. Uwe Bornscheuer ein. In dem Arbeitskreis des international anerkannten Wissenschaftlers arbeiten die drei jungen Leute derzeit bereits an der Verbesserung von Biokatalysatoren, die für die Industrie interessant sind. Die Biochemikerin Marlen Schmidt und der Biologe Rainer Wardenga haben beide bei Uwe Bornscheuer ihre Dissertation geschrieben. Christian Zimmer, er ist Mikrobiotechnologe, hat im Saarland studiert und wurde dort auch promoviert. „Prof. Bornscheuer kannte ich schon aus der Literatur“, erzählt der junge Mann, der vor zwei Jahren nach Pommern kam. „Seine Arbeitsgruppe ist ja sehr anerkannt und aktiv.“ Prof. Bornscheuer unterstützt die drei Gründer übrigens nicht nur durch seine Kompetenz, sondern er stellt auch die Enzyme zur Verfügung. Mit dem Geld vom Bund können jetzt nicht nur die Stellen für die drei Wissenschaftler finanziert werden, inklusive sind auch ein Produktionsbioreaktor, mit dessen Hilfe die im Lavormaßstab gewonnenen Ergebnisse in den Produktionsmaßstab überführt werden sollen, sowie Entwicklungskosten. 

ECKHARD OBERDÖRFER