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Kopenhagen hofiert Klimakiller - Offizieller Partner des UN-Klimagipfels setzt auf Kohle

17.11.2009: Lubmin/Kopenhagen/MVregio Dänisches Staatsunternehmen will als Partner der UN-Klimakonferenz neues Kohlekraftwerk in Deutschland bauen - Proteste in Kopenhagen gegen den geplanten Bau - Aktion vor dem dänischen Finanzministerium


Nur wenige Wochen vor Beginn der UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen werden am 19. November Mitglieder von Bürgerinitiativen aus Mecklenburg-Vorpommern sowie dänische und deutsche Umweltschützer gemeinsam in Kopenhagen gegen den vom dänischen Staatskonzern Dong Energy geplanten Neubau eines Kohlekraftwerkes in Lubmin protestieren.

"Mit unserem Besuch in Dänemark wollen wir auf die absurde und klimaschädliche Geschäftspolitik des dänischen Staatskonzerns aufmerksam machen", so Karin Kasper, Sprecherin der Allianz gegen das Kohlekraftwerk Lubmin. "Dong Energy ist einerseits offizieller Partner der kommenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Andererseits hält der Konzern nach wie vor an dem Bau des klimaschädlichen Kohlekraftwerkes in Lubmin fest."

Bei einem geplanten Treffen mit dem Vize-Präsidenten des Konzerns in Kopenhagen sollen deshalb die Kritik an dem Kraftwerksbau vorgetragen als auch Alternativen zum Kohlestrom diskutiert werden.

"Ehrgeiziger Klimaschutz ist nur glaubhaft, wenn auf den Neubau von Kohlekraftwerken verzichtet wird", sagt Tarjei Haaland von Greenpeace Dänemark. "Dass ausgerechnet ein dänischer Staatskonzern im Jahr der entscheidenden Klimaverhandlungen in Deutschland ein gigantisches neues Kohlekraftwerk bauen will, ist absurd. Die dänische Regierung sollte ein Machtwort pro Klimaschutz sprechen."

Unterstützung erhoffen sich die Klimaschützer auch von den dänischen Oppositionsparteien, die geschlossen gegen den Kraftwerksbau sind. Auch mit ihnen werden vor Ort Gespräche stattfinden.

Der 5 Meter hohe "Kohlosaurus", der die völlig veraltete Energiequelle Kohle symbolisiert, wird in Kopenhagen vor dem Finanzministerium als Inhaber der Staatsanteile von Dong Energy zum Einsatz kommen. Als Höhepunkt werden 2.000 CO2-Luftballons aus dem Inneren des Kohlosaurus aufsteigen.

Die Reise wird getragen von Bürgerinitiativen aus Mecklenburg-Vorpommern, dem Bund für Umwelt und Naturschutz, WWF Deutschland, Greenpeace Dänemark, WWF Dänemark und der Klima-Allianz.

MVregio Landesdienst mv/ovp