„Beide Seiten legen Wert auf sachliche Debatte“

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 29. Oktober 2008 | Blickpunkt l 327 Wörter
„Beide Seiten legen Wert auf sachliche Debatte“

Durchaus positiv sieht der Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Naturschutz (StAUN), Reinhard Stahlberg, wie sich Gegner und Befürworter des Kraftwerks am ersten Erörterungstag präsentierten.

OZ: Wie beurteilen Sie den Verlauf des ersten Erörterungstages?

Stahlberg: Ich habe den Eindruck, dass beide Seiten Wert auf eine sachliche und tiefgehende Debatte legen. Neben den Einwendern und den Teilnehmern der Demonstration haben die Verbände Anwälte und Gutachter mitgebracht. OZ: Die Behörde hat ein Zelt mit 1700 Plätzen aufstellen lassen, ist das eine Nummer zu groß geraten?

Stahlberg: Wir wollten reichlich Plätze vorhalten, damit auf jeden Fall alle Zuhörer Platz finden. Sonst hätte man die Erörterungstermine nochmals teilen müssen und das ohnehin schon aufwendige Verfahren wäre noch komplizierter geworden. Wenn der Andrang in den nächsten Tagen abnimmt, können wir in Absprache mit den verbleibenden Teilnehmern ins benachbarte Freizeitzentrum Schawi umziehen, das hat 400 Plätze.

OZ: Wie beurteilen Sie, dass weniger Einwender und Interessierte gekommen sind, als Sie erwarteten?

Stahlberg: Uns liegen mehr als 9000 Einwendungen vor. Aber viele Einwender lassen sich hier durch Anwälte und die Umweltverbände vertreten.

OZ: Einer der Anwälte hat ein Schreiben des Sozialministeriums öffentlich gemacht, nach dem das Kraftwerk nicht genehmigungsfähig sein soll. Wie beurteilen Sie das Schreiben?

Stahlberg: Ich bin erstaunt, dass das Ministerium so ein Schreiben am letzten Tag vor der Erörterung in Umlauf bringt. Ich habe es erst kurz vor der Veranstaltung das erste Mal gesehen.

OZ: Kann das Papier dazu führen, dass Ihre Behörde das Kraftwerk ablehnt oder das Genehmigungsverfahren abgebrochen wird?

Stahlberg: Das wird sich zeigen. Erst einmal werden die Anhörungen fortgeführt. Die Erörterungen sind ja genau dazu da, dass alles geprüft wird. Interview: E. EHLERS