Bürgerinitiative Greifswald fordert neuen Lubminer Bürgermeister zum Gespräch auf

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BÜRGERINITIATIVE GREIFSWALD GEGEN DAS STEINKOHLEKRAFTWERK LUBMIN E. V.

Greifswald, den 23.06.2009

Betreffs: Bürgerinitiative Greifswald fordert neuen Lubminer Bürgermeister zum Gespräch auf

Nach der Wahl von Axel Vogt zum neuen Gemeindeoberhaupt des Seebades Lubmin fordert die Bürgerinitiative „Greifswald gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin e.V.“ den neuen Bürgermeister zu Geprächen mit Vertretern aus Bürgerinitiativen und Umweltverbänden auf. Mit Blick auf das von Vogt befürwortete Steinkohlekraftwerk sagte der Vorsitzende Oskar Gulla: „Die Entscheidung über Bau und Betrieb liegt bei der Genehmigungsbehörde, die alle notwendigen Informationen sammelt und auswertet und von uns über alle negativen Auswirkungen, die der Kraftwerksbetrieb mit sich bringt, ausführlich informiert wurde.“ Wem an der Entwicklung des Seebades und des Industriestandortes Lubmin gelegen sei, der müsse die vorliegenden Gutachten und Analysen kennen und dürfe sich nicht zum Spielball einseitiger Interessenvertreter machen. „Die Kraftwerksbefürworter kennen in der Regel weder die Inhalte des Genehmigungsverfahrens, noch wissen sie um die alternativen Standortnutzungskonzepte. Wir fordern Herrn Vogt auf, schnellstmöglich den Kontakt zu Bürgerinitiativen und Umweltverbänden zu suchen, und sich ein Bild über das Ausmaß der drohenden Schäden sowie über die alternativen Konzepte zu machen.“ Das Ausscheiden von Dr. Klaus Kühnemann wird von den Vertretern der Bügerinitiative bedauert. Als kompetenter Gesprächspartner sei Dr. Kühnemann Garant für die nachhaltige Entwicklung Lubmins gewesen. Zum neuen Bürgermeister äußert sich Oskar Gulla zurückhaltend: „Man muss sehen, ob Vogt in der Lage sein wird, das Seebad Lubmin zu erhalten und Visionen für den Energiestandort Lubmin zu entwickeln oder ob er dem Werben der Kohlekraftwerker nachgibt.“ Dann wäre die Chance Lubmins endgültig vertan, sich über eine Stromerzeugung aus einem flexiblen Gaskraftwerk und regenerativer Energie im zusammenwachsenden Europa zu profilieren, glaubt Oskar Gulla: „Die Planspiele der größten privaten Ökostrom-Initiative aller Zeiten, Europa mit Strom aus Sonnenkraft aus Afrika zu beliefern, zeigen, dass selbst in den großen Konzernen neue Ideen keimen.“ Mit Blick auf Lubmin mahnt Oskar Gulla: „Wer heute noch Kohlekraftwerke baut, ist morgen raus aus dem Geschäft.“ Bereits Ende Mai hatte der Vorstandsvorsitzende von RWE Power, Dr. Johannes Lambertz, auf der Energie-Messe „Power-Gen Europe“ in Köln erklärt, dass der Bau neuer Kohlekraftwerke ökonomisch nicht mehr vertretbar sei.