Bürgerinitiave ist gegen Dongs Fernwärmepläne

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Ostsee-Zeitung I Wochenendausgabe, 15. November 2008 | Hansestadt Greifswald
Bürgerinitiave ist gegen Dongs Fernwärmepläne

Greifswald Die Bürgerinitiative Greifswald gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin e. V. hat die Ankündigung des dänischen Investors Dong Energy kritisiert, Greifswald mit Fernwärme aus dem bei Lubmin geplanten Kraftwerk zu beliefern. In einer von Oskar Gulla, Martina Bahlsen, Dr. Bernd Giese und Dr. Jörg Mostertz unterzeichnten Erklärung heißt es: „Zwar begrüßen wir generell jedes Bestreben, erzeugte Energie effizienter zu nutzen, die Ankündigung Dong Energys, durch Kraft-Wärme-Kopplung und Bereitstellung thermischer Energie die Effizienz des geplanten Kohlekraftwerks zu steigern, vermag jedoch die Probleme, die der Betrieb des geplanten Werkes hervorrufen würde, nicht zu lösen.“ Selbst wenn Dong den Fernwärmebedarf, den jetzt die Stadtwerke bei zwei Dritteln aller Greifswalder Haushalte decken, übernehmen würde, stiege zwar die Effizienz des Steinkohlekraftwerks auf 45 Prozent, gleichzeitig würde jedoch die Abwärme der Greifswalder Anlagen überflüssig werden und deren Effizienz von derzeit ca. 85 Prozent drastisch vermindern. Abgesehen davon, dass der Bedarf an Fernwärme offensichtlich nicht vorhanden sei, müsse festgestellt werden, dass die Belieferung Greifswalds mit Abwärme das Problem der Kühlwasserabgabe in den Bodden durchs Kohlekraftwerk nicht annähernd lösen könnte. Von 1660 MW der durch Dong Energy projektierten Leistung könnten im Winter ca. 75 MW und im Sommer 5 MW durch die Stadt Greifswald abgenommen werden. Somit entspräche die ausgekoppelte Fernwärme am Standort Lubmin weniger als fünf Prozent von der in den Bodden eingeleiteten Menge. Beachtet werden müsse, so die Kraftwerksgegner, dass die temperaturabhängige Vermehrung von Vibrio vulnificus im Bodden besonders in den Sommermonaten, in denen keine Fernwärme abgenommen würde, eine Gefährdung für Badegäste darstellt.

Die Bürgerinitiative erhebt in diesem Zusammenhang auch Vorwürfe gegen den Oberbürgermeister, der sich auf die preisgünstige Fernwärme des Steinkohlekraftwerks Lubmin laut eigener Aussage freut. Dr. König wird vorgeworfen, dass er nicht in der Lage sei, sich der Zukunft verantwortungsvoll zu stellen.