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Ostsee-Zeitung l Donnerstag, 13. März 2008 | Politik l 210 Wörter                pdf-Datei zum Download
Debatte über Steinkohlekraftwerk

Lehrstunde
Am Ende gab es keinen Sieger, gewonnen aber haben alle. Die sechs Podiumsteilnehmer und die rund 600 Zuhörer, die sich am vergangenen Dienstagabend im Greifswalder Dom St. Nikolai auf Einladung der OSTSEE-ZEITUNG eingefunden hatten. Um über eines der aktuell umstrittensten Investitionsprojekte in MV zu diskutieren – das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin. Ein Zwei-Milliarden-Vorhaben, das mindestens 140 neue Industriearbeitsplätze bringen soll. In einer Region, die geprägt ist von Tourismus, Gesundheit und schöner Natur.
Seit Monaten spaltet die Debatte um Sinn und Unsinn des Kohlekraftwerkes in Lubmin die öffentliche Meinung im Land. In Fernduellen oder im Zirkel Gleichgesinnter wurden bislang Argumente ausgelotet oder ausgetauscht. Nicht selten in emotional aufgeheizter Atmosphäre. Die OZ bot nun das Podium, auf dem sich Befürworter und Gegner gegenüber saßen und um die überzeugendsten Fakten und Erkenntnisse stritten. Die mehr als zweieinhalb Stunden offene Debatte im Greifswalder Dom gerieten zu einer Lehrstunde in der Kultur des Meinungsstreits. Emotionen nicht ausgeschlossen. Es dominierte der sachliche und faire Umgang, der Respekt vor der Meinung des anderen.

Besonders bemerkenswert: Das beherzte Auftreten der mündigen Bürger. Sie erwiesen sich in der Mehrheit als sehr sachkundige Streiter. Bürgerengagement im besten Sinn. Bitte mehr davon im sonstigen Alltag.
Bericht auf Seite 5

THOMAS SCHWANDT