Eine Million Solarmodule gefertigt

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Ostsee-Zeitung l Dienstag, 09. Dezember 2008 | Hansestadt Greifswald
Eine Million Solarmodule gefertigt

Feierlaune gestern bei ml&s und Solon Nord GmbH. In der hochmodernen Produktionsstätte wurde das einmillionste Solarmodul produziert.

Greifswald Vier Jahre ist es gerade einmal her, dass in der Siemensallee die ersten Solarmodule entstanden. „In Handarbeit wurden die Bänder angelötet. So ging es los“, erinnert Detlef Krohn, Fertigungsleiter der ml&s GmbH & Co. KG. Später seien auch die Zellen zusammen gelötet worden. Doch die Endfertigung blieb anfangs immer noch den Kollegen in Berlin vorbehalten.

Das alles ist lange her. Mittlerweile befindet sich auf dem Industriecampus eine hochmoderne Produktionsstätte mit Robotern, die eine Komplettfertigung der hochsensiblen Produkte ermöglichen. Aufgrund millionenschwerer Investitionen der Solon Nord GmbH innerhalb des Gemeinschaftsprojektes mit dem Fertigungsdienstleiter ml&s konnte die Produktion Jahr für Jahr gesteigert werden. Lief das 500 000. Modul nach genau drei Jahren – das heißt im August 2007 vom Band, waren für die gleiche Menge zuletzt nur gut 15 Monate vonnöten. „Wöchentlich verlassen über 10 000 Module das Werk“, berichtete gestern aus Anlass des einmillionsten Exemplars Andreas Koebernik, Geschäftsführer der Solon Nord GmbH. Eine Million Module bedeuteten zugleich „300 000 Megawattstunden CO2 freier Strom. Damit könnte man zwei Städte so groß wie Greifswald komplett vom Netz nehmen“, erklärte er den Mitarbeitern der Nachmittagsschicht, die aufgrund des Jubiläums zum Imbiss eingeladen waren. Solarmodule aus Greifswald würden sich heutzutage auf Dächern und in Kraftwerksanlagen in ganz Europa befinden. „Vier Prozent aller weltweit hergestellten Module kommen von Solon“, so Koebernik, der hofft, dass „wir diesen Marktanteil halten oder ausbauen können“. Für 2009 plant das Unternehmen die Fertigung von 500 000 Modulen – und zwar trotz „Finanzmarktkrise und Rezession, die auch an uns nicht spurlos vorübergehen werden“, gab Andreas Koebernik zu bedenken. Dennoch ist er sicher, „dass wir das richtige Produkt zur richtigen Zeit auf den Markt bringen“.

Davon zeigt sich auch Renate Krüger aus Moeckow überzeugt, die hier in zweieinhalb Jahren ihr ganz eigenes Jubiläum feiert: „Dann bin ich seit 40 Jahren im Betrieb“, erzählte die 53-Jährige. 1971 begann sie nämlich beim VEB Schiffselektronik an diesem Standort ihre Lehre, später wurde daraus die Nachrichtenelektronik, dann Siemens, bevor sie zur Ausgründung ml&s gehörte. „Natürlich musste ich mich immer weiterqualifizieren. Aber das ist in Ordnung“, meinte Renate Krüger, die zurecht stolz darauf ist, jetzt mit den gerade mal 0,18 Millimeter starken Solarzellen umgehen zu können. Denn die Roboter nehmen dem Menschen zwar viel Handarbeit ab, doch völlig ersetzen werden sie ihn zumindest hier wohl nie. 

PETRA HASE