Getriebener Minister

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Getriebener Minister

18. April 2008 | 00:05 Uhr | von Max-Stefan Koslik

┬áEines muss man Umweltminister Till Backhaus (SPD) zugestehen: Bei der Pr├╝fung der Umweltbelastungen durch das Steinkohlekraftwerk in Lubmin wird erstmals die Gesamtheit der Einleitungen in den Bodden durch alle drei Kraftwerke wissenschaftlich untersucht. Dabei verl├Ąsst er sich nicht alleine auf seine Beh├Ârden, sondern sucht externen wissenschaftlichen Sachverstand. Ob aus Selbstschutz oder aus Umweltengagement, das sei dahingestellt. Eine Selbstverst├Ąndlichkeit, wie BackhausÔÇÖ Vorg├Ąnger Wolfgang Methling (Linke) polemisiert? Nach unseren Recherchen zu den Genehmigungsverfahren der beiden Gas- und Dampfkraftwerke war jedenfalls gestern nicht zu erkennen, ob externe Gutachten auch zu den anderen Kraftwerken angefertigt wurden. Auch dies, so interne Informationen, sei ein Grund, warum jetzt das Institut f├╝r Ostseeforschung Warnem├╝nde beauftragt wurde, f├╝r alle drei in Lubmin geplanten Kraftwerke Expertisen zu liefern. Soweit die gute Nachricht. Gefragt werden darf allerdings nach der von Backhaus immer wieder vorgetragenen Transparenz der Verfahrens. Seit Montagabend liegt der Zwischenbericht zur Studie im Ministerium vor, wo man sich der Brisanz durchaus bewusst war. Doch erst nachdem das Papier in der ├ľffentlichkeit kursierte, zog gestern Abend eilig Backhaus die Notbremse. Getriebener Minister.

Leserkommentar

┬áEBERHARD MEI├čNER
18.04.2008 15:38

Getrieben oder durchtrieben?

Backhaus musste ├╝ber das Teilergebnis des Gutachtens einige Tage schweigen. Sonst h├Ątte er wom├Âglich am Mittwoch Frau Brettschneider bei der ├ťbernahme der 32.000 Unterschriften assistieren m├╝ssen, vielleicht vor mehr als 100 Augen.