Gutachten zu Dong-Kraftwerk Aberwitzig

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Ostsee-Zeitung l 27. August 2009 I Greifswald (OZ/dpa)
Gutachten zu Dong-Kraftwerk Aberwitzig

Von ELKE EHLERS Das Herings-Gutachten wurde mit Spannung erwartet. Für den beantragten Bau eines Steinkohlekraftwerkes in Lubmin könnte die vom Rostocker Institut für Ostseefischerei erstellte Studie entscheidend sein. Bevor die Genehmigungsbehörde sie im Detail prüfen kann, zitiert Umweltminister Till Backhaus schon kräftig aus dem 280-Seiten- Papier. Verweigerungsgründe lassen sich nicht daraus ableiten, gibt er preis. Andererseits ist zu lesen: Die Auswirkung der Abwassereinleitung sei „zwar erheblich, aber weder katastrophal noch irreversibel“. Was soll das denn? Erheblich, aber doch nicht so schlimm? Kann uns alles zugemutet werden, was nicht zur Katastrophe führt? Und was heißt „nicht irreversibel“? Dass die Schäden wieder verschwinden, wenn das Kraftwerk nach 40 Jahren Laufzeit abgeschaltet wird? Falls es dann noch Fische im Bodden gibt. Und Fischer, die ihn fangen wollen. Die sind dann vielleicht längst pleite. Die Wissenschaftler bestätigen, dass das 30 Grad warme Kühlwasser dem Heringslaich schadet. Ihr Vorschlag, das Kraftwerk könnte zur Laichzeitmit halber Kraft laufen, mutet aberwitzig an. Denn der erste Frühjahrshering kommt im Februar, wenn viel Strom gebraucht wird und Kraftwerke am besten verdienen. Außerdem: Schon heute wird die Fangquote gekürzt, weil der Heringsbestand gefährdet ist. Das passt alles nicht zusammen.