Herr Adam vertritt die Mehrheit nicht

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Ostsee-Zeitung l Wochenendausgabe, 22. März 2008 | Hansestadt Greifswald l 384 Wörter  l  Leserpost
Herr Adam vertritt die Mehrheit nicht


Zum Beitrag „Adam: Region braucht Steinkohlekraftwerk“ (OZ vom 20. März) merkt Jens Berg aus Görmin an:
Ich verstehe, dass übergroße Kraftwerk auf z. B. Postkarten der Bürgerinitiative als Symbol für die eher nicht sichtbaren Folgen dieses Vorhabens, z. B. Quecksilber in Fischen. Die Suggestionen in diesem Interview sind allerdings viel schwieriger zu erkennen als die auf den BI-Postkarten. Offensichtliche Suggestionen verstehe ich eher als ein Symbol, versteckte Suggestionen sind dagegen Täuschungsversuche. Offensichtlich nimmt auch Herr Adam meine Sorgen um die Zukunft der Region und die vieler anderer Menschen nicht ernst. Die Folge sind geringe Wahlbeteiligungen und Erfolge von extremistischen Parteien. Klar ist, das braucht die Region mit Sicherheit nicht.

Zum selben Beitrag schreibt Torsten Jelinski aus Thiessow (Rügen): Sie, Herr Adam, kennen nicht einmal die eigene Parteibasis! Auf der Insel Rügen ist sie zu 93 Prozent gegen den Bau des Steinkohlekraftwerks! Herr Adam, Sie sollten sich lieber zurückhalten, denn immerhin reden Sie hier von der Gesundheit meiner Familie. Für meine Begriffe sind Politiker, die für Dong Energy sind, nicht mehr wählbar, denn Sie nehmen leichtfertig Schäden für die Menschen in Kauf.

Ebenfalls zu diesem Artikel schreibt Dr. Rüdiger Thomson aus Greifswald:
Dass Wissenschaftler in unpolitischen Lebensfragen wie der Vermeidung einer Klimakatastrophe, der Bedrohung von Gesundheit, von Arbeitsplätzen im Tourismus oder Fischerei und dergleichen nicht öffentlich ihre Meinung äußern sollen, weil sie vom Staat bezahlt werden, ist das Gegenteil dessen, was unsere freiheitliche Rechtsordnung fordert: s. Art. 5 Grundgesetz: Freiheit der Meinungsäußerung, Freiheit der Wissenschaft. Laut Umfrage des seriösen Meinungsforschungsinstitutes FORSA (siehe OZ vom 20.12.2007) sind in unserem Land 59 Prozent der CDU-Anhänger gegen das Dong-Kohlekraftwerk und nur 33 Prozent dafür. Insgesamt lauten die Zahlen für unsere Küstenregion: 55 Prozent dagegen, 35 Prozent dafür. Somit vertritt unser EU-Abgeordneter Prof. Gomolka sowohl die Mehrheit in der CDU, als auch die Mehrheit der betroffenen Bevölkerung insgesamt. Herr Adam vertritt offensichtlich beide nicht.

Wenn Herr Adam erklärt: ,bei 18 Prozent Arbeitslosigkeit in der Region bin ich nicht bereit, übers Steinkohlekraftwerk zu diskutieren’, so ist dies ein untragbares Verhalten. Ein gewählter Volksvertreter darf sich einem sachlichen Gespräch mit Bewohnern seines Wahlkreises doch nicht verweigern!