INFO Klimaschutz soll EU-Ziele übertreffen

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 17. Dezember 2008 | Hansestadt Greifswald
INFO Klimaschutz soll EU-Ziele übertreffen

Greifswalds größte Energieverbraucher bilden künftig ein Klimaschutzbündnis. Bis 2020 sollen die CO2 -Ausstöße drastisch sinken.

Greifswald Für die Entwicklung und Umsetzung einer nachhaltigen Energie- und Klimaschutzstrategie wurde gestern das Klimaschutzbündnis Greifswald 2020 gegründet. Daran beteiligen sich Stadtverwaltung, Stadtwerke, Universität, Universitätsklinikum sowie die Wohnungsunternehmen WVG und WGG. So sind die größten Energieverbraucher der Stadt in das Projekt mit eingebunden. Ziel sei es, bis 2020 die Kohlendioxid-Emissionen Greifswalds um 14 Prozent zu senken, wobei die Emissionen von 2005 als Ausgangspunkt gelten. Damit setzt sich das Klimaschutzbündnis höhere Ziele als die EU. Bekräftigt werden diese Ambitionen durch den beschlossenen Beitritt der Greifswalder Bürgerschaft zur Klimaschutzinitiative der EU-Kommission „Convenant of Mayors – Konvent der Bürgermeister“. Zur Umsetzung der Treibhausgas-Reduzierung dient ein integriertes Klimaschutzkonzept, das einen Aktionsplan für nachhaltige Energie beinhaltet. In einem Jahr soll das Konzept der Bürgerschaft vorgelegt werden.

Besonderen Dank richtete Oberbürgermeister Dr. Arthur König an Dr. Thomas Hamacher vom beteiligten Max-Planck-Institut: „Er hat die kommunalen Klimaschutzaktivitäten viele Jahre lang fachlich begleitet und dabei wesentliche Anstöße geliefert.“ Hamacher nutzte den Gründungs-Festakt für eine Einschätzung deutscher Klimaschutzbemühungen. So bescheinigte er Deutschland in dieser Hinsicht eine nur wenig vorbildliche Rolle: „Unser Braun- und Steinkohleverbrauch ist sehr hoch. Dem Anspruch, ein Vorreiter für Klimaschutz zu sein, können wir so nicht gerecht werden.“ Deshalb seien neue Energieressourcen auch für Greifswald umso wichtiger: „Der Klimaschutz muss als Nebenbedingung in die Stadtentwicklung mit eingeplant werden“, so Hamacher. Oliver Haarmann, Konzerngeschäftsführer der Stadtwerke, betonte die Rolle des Bündnisses als Mehrgenerationenprojekt: „Es wäre schön, wenn ich in Zukunft meinen Kindern nicht hinterher laufen müsste, um den Stromschalter auszustellen. Besser wäre es, sie würden stattdessen mir hinterher laufen.“ Ein sichtbarer Schritt zur Ausbauung erneuerbarer Energien ist die erste Photovoltaik-Anlage, die 2008 auf der ehemaligen Mülldeponie errichtet wurde. Bis Jahresende soll die Solaranlage ans Netz gehen. Gemessen am durchschnittlichen Jahresstromverbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes könnten damit etwa 19 Haushalte komplett mit Solarstrom versorgt werden.
Klimaschutz
Aus dem 10-Punkte-Programm der Bürgerschaft von 2007:

- effiziente Energienutzung 

- Einsatz von Solaranlagen 

- geringer Treibstoffverbrauch bei kommunalen Fahrzeugen 

- Umweltberichte kommunaler Unternehmen 

- Förderung des Radverkehrs 

- 1x Umwelttag im Monat 

- Stärkung des Umweltbewusstseins 

- Kooperationen mit Uni- und Partnerstädten 

- Profilierung als Umweltstadt mit Klimaschutzbeauftragtem


SEBASTIAN SCHULT