Klimaschutz dank weniger Autoverkehr

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Ostsee-Zeitung l Freitag, 24. April 2009 | Aus der Nachbarschaft
Klimaschutz dank weniger Autoverkehr

Greifswald Viele Greifswalder werden demnächst Post vom Institut für Geografie und Geologie bekommen. Unter Mitwirkung von Studenten werden sie zur Nutzung von Verkehrsmitteln einschließlich der „eigenen Füße“ befragt. Modal-Split-Analyse nennt man das Neudeutsch. „Wir möchten 1000 Antworten vergleichen können“, erläuterte die Projektverantwortliche Dr. Ruth Bördlein dem Bau- und Umweltausschuss. Bei der Zufallsstichprobe, die Leute mit Haupt- und Nebenwohnsitz berücksichtigt, geht es vor allem um den Alltagsverkehr. Ende Juni sollen die Antworten dieser repräsentativen Befragung vorliegen, im Juni dann die Ergebnisse, inklusive Vergleich mit anderen Städten.

Die Erhebung ist Teil, ist Grundlage der Arbeiten am Konzept für Klimaschutz im Verkehr für die Hansestadt. Was wiederum Teil eines Klimaschutzkonzepts der Stadt ist. Justament zur Ausschusssitzung kam die frohe Botschaft, dass der Bund die Arbeiten an diesem Konzept mit 75 000 Euro fördert. Ein Drittel des in Greifswald erzeugten Kohlendioxid geht auf den Verkehr zurück. Für Ideen und Konzepte wird ein Ingenieurbüro zuständig sein. Zwei ausgewiesene Firmen stellten dazu ihre Arbeitsweise und Ideen vor. So Dr. Ditmar Hunger vom Planungsbüro Stadt-Verkehr-Umwelt aus Dresden. „Ziel muss eine Stadt der kurzen Wege sein“, sagte er. „Schon zehn bis 20 Prozent Kohlendioxid einzusparen, wäre eine gewaltige Leistung“, sagte er. In einer Stadt der Radfahrer riet er, den Öffentlichen Personennahverkehr – wegen der Kosten – nicht als alleinigen Heilsbringer zu sehen. Da müsse man eine vernünftige Balance finden. Andreas Schmitz von der Planungsgruppe Nord Kassel erinnerte u. a. an nötige Schlussfolgerungen für die Infrastruktur, für die Ausweisung von Wohngebieten. In anderen Städten wurden auch gute Erfahrungen mit Imagekampagnen gemacht.

Der Bund gibt 75 000 Euro für die Erarbeitung eines Konzepts für Klimaschutz im Verkehr. Grundlage wird eine Bestandsaufnahme per Fragebogen sein. 

ECKHARD OBERDÖRFER