Klimaschutz für den Ostseeraum

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 6./7. Juni 2009
Klimaschutz für den Ostseeraum

Mit 4,5 Millionen Euro EU-Geld soll unter Federführung Greifswalds ab 2010 ein länderübergreifendes Klimaschutz- projekt laufen.
Greifswald Die Hansestadt will die Führungsrolle in einem deutschlandweit einmaligen Klimaschutzprojekt übernehmen. Darüber informierte Bausenator Reinhard Arenskrieger bei der Auftaktveranstaltung zur Erarbeitung des vom Bund mit 75 000 Euro geförderten Klimaschutzkonzeptes für Greifswald.

Jetzt geht es um andere Summen. Rund 4,5 Millionen Euro beträgt das Gesamtbudget. Arenskrieger zeigte sich optimistisch, dass dieses Geld ab 2010 von der EU zur Verfügung gestellt wird. Bei dem Vorhaben geht es um die Stärkung des Klimaschutzes im baltischen Raum, der in diesem Zusammenhang erweitert wird. Internationaler Partner soll neben Osteuropäern, Lund in Schweden und Hamar in Norwegen auch Kingston upon Hull in England sein. Greifswald ist, wie es Neudeutsch heißt, Lead Partner, also federführend. „In Greifswald werden wir mit den Fachbereichen Geographie und Rechtswissenschaften der Uni sowie dem Technologiezentrum Vorpommern und dem Max-Planck-Institut zusammenarbeiten“, so der Bausenator. Auch der Regionale Planungsverband Vorpommern ist eingebunden. Themen werden regenerative Energien, Bildung, Klimaschutz in sozial schwachen Haushalten und Mobilität sein. Immerhin 30 Prozent des auf die Greifswalder zurückgehenden Kohlendioxids gehen auf den Verkehr zurück. Hier kann man auf jeden Fall von den Partnern lernen. Geografin Dr. Ruth Bördlein nannte insbesondere die Universitätsstadt Lund. Man beginnt nicht bei Null, 2004 fasste die Bürgerschaft den Beschluss, mit der Gruppe für Energie und Systemstudien des Max-Planck-Institutes zur Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes zusammenzuarbeiten. Diese Gruppe hat auch schon Wien, Salzburg, Oldenburg und Augsburg beraten. 2007 verabschiedete die Stadt ihr 10-Punkte-Programm zum kommunalen Klimaschutz.

Für die Hansestadt liegt derzeit eine Analyse der Emissions- und Energiebilanz von 2004 vor, die aktualisiert werden soll. Ein Ergebnis wird ein Gebäudekataster sein, um einen Überblick über nötige Sanierungen und Energiebedarfe der Zukunft zu bekommen. 
ECKHARD OBERDÖRFER