Kohle und Kernkraft kontra Gas?

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Ostsee-Zeitung l Freitag, 09. Januar 2009 | Meinung
Kohle und Kernkraft kontra Gas?

Zum Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine und zum geplanten Bau des Steinkohlekraftwerkes bei Lubmin:

Liebe Freunde von der SPD, wir haben eine Weltwirtschaftskrise, Russland dreht den Gashahn zu, Menschen frieren schon. Und ihr setzt auf russisches Gas. Auch mit alternativen Energien, die noch nicht vorhanden sind, reicht es nicht ohne Kohle und Atom. August Bebel sagte: Politik ist, sagen, was ist, und nicht: sagen, was ihr hören wollt. Stellt Euch Eurer Verantwortung. Macht Sachpolitik. Sagt Ja zu Lubmin.

Matthias Ogilvie, Lohme

Wer wegen der Abhängigkeit vom Gasimport für das Kohlekraftwerk Lubmin stimmt, sollte sich erkundigen, wer die Kohle liefert.

Prof. Dr. Fritz Müller, Weitenhagen



In der gegenwärtigen Krise – Banken und Wirtschaft – auf eine solche Investition zu verzichten, ist Wahnsinn. Vor fast 20 Jahren ging man auch gegen das Kohlekraftwerk Rostock vor, zum Glück ohne Erfolg und heute ist es so, dass unweit des Standortes dieses Werkes eine touristische Anlage entstanden ist, die eigentlich nicht dahin dürfte, denn es ist ja so gefährlich – Abgase, Quecksilber usw. Aber trotzdem kommen die Gäste in Scharen! Leonhard Bienert, Greifswald



Schon vor vielen Monaten haben sich alle Parteien und Verbände auf der Insel Rügen gegen das Projekt „Pechkohlekraftwerk Lubmin“ ausgesprochen. Es gibt keinen Anlass mehr für Streit zwischen Gegnern und Befürwortern des Projekts, denn entscheiden wird die Behörde oder ein Gericht. 

Torsten Jelinski, Thiessow



Die „ganz einfachen Argumente“der alten AKW-Garde kommen immer wieder, werden aber dadurch nicht besser: 1. Abhängigkeiten vom Ausland werden durch Kernkraftwerke wahrlich nicht beseitigt, sei es bei der Beschaffung des Urans, sei es bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennstäbe. 2. Der Sicherheitsaspekt der Kernkraft umfasst neben den Risiken des Betriebs der AKW vor allem die Frage der sicheren Endlagerung abgebrannten Materials und die Frage des Schutzes der AKW vor Terrorattacken. Die Risiken sind derart groß, dass man sie nach ernstlicher Abwägung nicht eingehen darf. 

Klaus-Jürgen Bergmann, Dresden