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Ostsee-Zeitung l Wochenendausgabe, 15. März 2008 | Mecklenburg-Vorpommern l 227 Wörter
Kohlekraftwerk: Wirtschaft kritisiert SPD          Download der pdf-Datei

Rostock/Lubmin (dpa) Der Streit um den Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin spitzt sich zu. Gestern richteten Wirtschaftsverbände des Landes heftige Kritik gegen die Landes-SPD. Als maßgeblicher Partner in der großen Koalition erzeuge die Partei das Bild einer „wankelmütigen und entscheidungsschwachen Landesregierung“, die Investoren abschrecke, heißt es in einem offenen Brief an SPD-Landeschef Erwin Sellering. Die SPD mache damit deutlich, dass Industrieansiedlungen im Lande nicht willkommen seien.
Sellering wies die Kritik am wirtschaftspolitischen Kurs seiner Partei zurück. „Wir wollen das Land weiterentwickeln und setzen dabei auf innovative Lösungen, die den Charakter Mecklenburg-Vorpommerns als Tourismus- und Gesundheitsland nicht in Frage stellen“, betonte er. Die SPD wolle Lubmin als Industrie- und Energiestandort ausbauen, bleibe aus Umweltgründen aber bei ihrer kritischen Haltung zur Kohle.

„Seit wir wissen, dass in Lubmin ein, vermutlich zwei Gaskraftwerke entstehen, ist unser Interesse am Kohlekraftwerk deutlich geringer.“ Der dänische Investor Dong Energy will das Kohlekraftwerk bis 2012 in Lubmin errichten. Die SPD fordert eine Halbierung der Kraftwerksleistung. Doch rechnet Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) nicht damit, dass Dong dem folgen wird. Die Forderung seiner Partei sei eher ein „politischer Appell“.

Zwar betonte auch Sellering das Recht von Dong Energy auf ein geordnetes Genehmigungsverfahren, doch machte er aus seiner Präferenz keinen Hehl: Die wirtschaftliche Entwicklung der Region werde auch allein durch die Gaskraftwerke einen deutlichen Schub erhalten.