Leserpost: Kernkraft ist besser als Steinkohle

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 26. März 2008 | Hansestadt Greifswald l 579 Wörter
Leserpost:  Kernkraft ist besser als Steinkohle

Zu Adam: Region braucht Steinkohlekraftwerk (OZ vom 20. März 2008) schreibt Leonhard Bienert, Schillerstraße 68: Am 19. März hatte die Interessengemeinschaft Senioren der Energiewerke Nord GmbH und des ehemaligen Kernkraftwerkes den Europaabgeordneten Prof. Alfred Gomolka zu Gast. Natürlich wurde im Gespräch auch seine ablehnende Haltung zum Steinkohlekraftwerk Lubmin behandelt. Prof. Gomolka sagte dazu, dass er zwar gegen das Steinkohlekraftwerk sei, aber einem Kernkraftwerk zustimme. Leider ist dies aber nirgendwo, zum Beispiel in der Zeitung zum Ausdruck gekommen. Mit dieser Kenntnis ist mir die Ablehnung des Kohlekraftwerkes durch Prof. Gomolka verständlich, denn auch ich plädiere für die modernere Art der Energieerzeugung mittels Kernkraftwerken. Windmühlen und alle anderen Alternativen sind nicht in der Lage, ausreichend und jederzeit Elektroenergie für Industrie und Haushalt zu produzieren.
Muss das Werk in einen Tourismusort?

Zum selben Beitrag äußert sich auch Dirk Gahrmann Hochstaedterlandstr. 99 in Hanau: Muss ein Steinkohlekraftwerk, welches nachweislich umweltschädlich ist, auch bei Einhaltung aller Grenzwerte in einer tourismusaktiven Region entstehen, nur weil man einmal beschlossen hat Lubmin zu einem Energiestandort zu entwickeln? Reichen da nicht die von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptierten Gaskraftwerke. Ich verweise auf die ebenfalls sensible Region Rheingau, wo sich in diesen Tagen auch die CDU durchgerungen hat, genau den Weg Gas anstatt Kohle zu beschreiten.


Abkommen werden nicht berücksichtigt

Lothar Steinhäuser, Röntgenstraße 4A in Greifswald, ebenfalls zum Thema Steinkohlekraftwerk: Herr Adam agiert ohne sich mit realen Alternativlösungen (zum Beispiel Gaskraftwerk, Energiemix) auseinanderzusetzen und ohne die Einhaltung internationaler Abkommen (HELCOM; FFH-Gebiete) zu berücksichtigen. Dabei schreckt er nicht vor der Diffamierung von Kraftwerksgegnern zurück, die er offenbar in Lubmin vermutet. (Lubmin hat gerade mal ca. 2000 Einwohner!) Wieder wird das Märchen von den scharfen deutschen Umweltgesetzen und deren strenger Handhabung bemüht, das jeder sofort durchschaut, wenn er den Vorbescheid des STAUN nur auszugsweise liest: Gemäß Anhang 2, Liste der Einwendungskomplexe, ist alles genehmigungsfähig, was im Immissionsschutzgesetz formal nicht ausdrücklich verboten wurde. Internationale Abkommen spielen keine Rolle; anerkannte schädliche Auswirkungen auf die Boddenregion sollen mittels Feststellung des „überwiegend öffentlichen Interesses“ überrollt werden.


Andere Regionen würden sich freuen
Dennis Klüver, Lübecker Straße 4,

in Schoenberg: Andere Regionen in MV würden sich über solche Investitionen freuen. Den oberflächlichen Kritikern in der Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk geht es wohl zu gut. Ich bin gespannt, wie viele gesammelte Unterschriften für das Volksbegehren von irgendwoher in Mecklenburg-Vorpommern sind. Wo man nicht betroffen ist, aber gerne Gutmensch sein kann mit seiner Unterschrift.


Wo bleibt die Meinungsfreiheit ?

Burghart Siperko, Steinstraße 2 schreibt zum Interview mit Ulrich Adam: Folgt man der Logik von Herrn Adam zum Steinkohlekraftwerk, in dem er 100 WissenschaftlerInnen der Uni maßregelte, dürften deutsche Verfassungsrichter nicht mehr nach Wissen und vor allem ihrem Gewissen urteilen, denn auch sie werden vom deutschen Steuerzahler bezahlt. Demokratie nach Gutsherrenart, oder wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe? Wobei diese Logik auch nicht stimmt, sind doch die Gemaßregelten ebenfalls Steuerzahler.

Logik ist nicht akzeptierbar

Jost Aé, Petershagenallee 11: Ulrich Adam könnte die Kohlekraftwerksgegner verstehen! Dass heißt wohl doch auch, dass er ihre Argumente verstehen könnte, nicht nur akustisch, sondern auch voll inhaltlich, wenn... ja wenn da nicht die hohe Arbeitslosigkeit wäre! Die blockiert sein Verständnis völlig. Zum Beispiel, dass die Steigerung der Akzeptanz von Umweltgiften und Klimakillern proportional zur Höhe der Arbeitslosenrate ausgesprochen zynisch ist. Sie nimmt eine ganze Region in Haftung nach dem Motto: „Weil du arm bist, musst du eher sterben.“ Wer sich Zynismus nicht eingestehen will, muss sich tatsächlich die Ohren verstopfen, Fragen vom Tisch wischen und Diskussionen verweigern.