Bundesamt: Klimawandel in Ostsee deutlich zu erkennen

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Ostsee-Zeitung l Freitag, 09. Januar 2009 | Mecklenburg-Vorpommern
Bundesamt: Klimawandel in Ostsee deutlich zu erkennen

Hamburg (dpa) Die Folgen des Klimawandels sind nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) inzwischen deutlich in Nord- und Ostsee zu erkennen. So setze sich die seit 1987 dauernde Warmphase in beiden Meeren weiter fort, sagte die neue BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz in Hamburg. Der seit Jahrhunderten vorherrschende, acht bis zwölf Jahre dauernde Zyklus von Kalt- und Warmphasen sei inzwischen weit überschritten.

Die Oberflächentemperatur in der Nordsee habe ganzjährig um 0,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert gelegen, ebenso in der westlichen Ostsee. In tieferen Wasserschichten waren es sogar zwei Grad mehr. „Die veränderten Temperaturbedingungen wirken sich zunehmend auf das Artenspektrum bei Tieren und Pflanzen aus“, heißt es in der Jahresbilanz des BSH. Auch die Eislage des Winters 2007/2008 in der Ostsee passe in das Bild: Es sei der eisärmste Winter seit 1720 gewesen. „Nicht nur die Ausdehnung war ungewöhnlich gering, auch die Eisdicke lag unter den üblichen Werten. Er übertraf damit alle bisherigen milden Winter im Ostseeraum.“ 

Das BSH koordiniert den deutschen Beitrag des internationalen Forschungsprogramms ARGO, mit dem neue Erkenntnisse über den Klimawandel im Meer gewonnen werden sollen. Das Amt betreut 78 von weltweit mehr als 3000 sogenannten Tiefendriftern, die Messdaten liefern. Auch im Nordatlantik bestätigten sich die Beobachtungen aus Nord- und Ostsee: In den oberen 500 Metern der Wasserschicht habe sich die Temperatur seit 1998 um 0,5 Prozent erhöht.