Dong Energy will Greifswald mit Fernwärme versorgen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 12. November 2008 | Mecklenburg-Vorpommern l 241 Wörter
Dong Energy will Greifswald mit Fernwärme versorgen

Greifswald (dpa) Der Energiekonzern Dong Energy hat konkrete Pläne, mit der Kraft-Wärme-Kopplung den Wirkungsgrad für das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Lubmin zu erhöhen. „Wir wollen Greifswald im Sommer 2009 ein Angebot für die Versorgung mit Fernwärme vorlegen“, sagte der Projektleiter des dänischen Konzerns, Peter Gedbjerg, gestern. Zudem gebe es Interessenten für Industrieansiedlungen direkt neben dem Kraftwerk, die die Abwärme nutzen oder Reststoffe wie Gips verwerten wollen. Voraussetzung für die Verhandlungen sei zunächst die Genehmigung des Kraftwerks, betonte Gedbjerg.

Mit der Kraft-Wärme-Kopplung ließe sich der Wirkungsgrad des Kraftwerks um rund fünf Prozent erhöhen, sagte Gedbjerg und verwies auf ein Gutachten seines Unternehmens. Nach bisheriger Planung soll die Abwärme aus dem Kraftwerk in das Hafenbecken im Lubminer Industriegebiet eingeleitet werden. Die Einleitung des Kühlwassers ist einer der Hauptkritikpunkte der Kraftwerksgegner. Wie Gedbjerg betonte, ist das im Genehmigungsprozess befindliche Projekt technisch für die Möglichkeit der Kraft-Wärme-Kopplung ausgelegt.

Nach gut der Hälfte des Ende Oktober begonnenen Anhörungsverfahrens zeigte sich der Dong-Manager zuversichtlich, das 1600-Megawatt-Kraftwerk bei Lubmin genehmigt zu bekommen. „Wir gehen davon aus, dass unsere Unterlagen komplett und ausreichend sind“, sagte Gedbjerg zur Kritik der Umweltverbände, mangelhafte Antragsunterlagen vorgelegt zu haben. Er verwies auf die Arbeitszeit, die Gutachten und das Geld, das bisher in das Genehmigungsverfahren investiert wurde. „Wenn wir ein solches Verfahren einleiten, wollen wir sicher sein, dass das Kraftwerk auch genehmigt wird.“