Dong rechnet weiter mit einer Genehmigung

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Ostsee-Zeitung l Freitag, 27. Februar 2009 | Hansestadt Greifswald l 670 Wörter
Dong rechnet weiter mit einer Genehmigung

Das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin spaltet die Meinung der Bevölkerung. Nahrung gab dem jetzt auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) mit seiner Absage an die Investition. OZ sprach mit Peter Gedbjerg, Geschäftsführer der Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH & Co KG über den Stand der Dinge: 

OZ: Im Juni läuft der Sponsorvertrag Dongs mit dem Greifswalder SV 04 aus. Wird er verlängert?

Peter Gedbjerg: Da es sich hier um einen Vertrag handelt, werden Sie verstehen, dass ich mich nicht dazu äußern möchte. Uns bedeutet die Unterstützung des GSV 04 sehr viel. Der Verein entstammt dem alten Kernkraftwerk, da ist eine gewisse Kontinuität gegeben. Deshalb streben wir eine längere Zusammenarbeit an. Sie hängt aber natürlich davon ab, ob wir unser Vorhaben, den Bau des Kraftwerkes, verwirklichen können. 

OZ: Die Vorbehalte dagegen scheinen immer größer zu werden. Nun hat sich auch der Ministerpräsident dagegen ausgesprochen. Sind Sie weiter optimistisch?

Gedbjerg: Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass unser Vorhaben genehmigungsfähig ist. Was die Aussage des Ministerpräsidenten anlangt, habe ich sie nicht selber gehört. Ich kann nur wiederholen, was uns 2006 sowohl Ministerpräsident als auch Wirtschaftsminister gesagt haben: Damals meinten sie, dass unser Projekt Mecklenburg-Vorpommern viel bedeutet. Wir hätten es nicht begonnen, wenn diese Signale nicht gekommen wären. Außerdem ist im Punkt 37 des Koalitionsvertrages der Landesregierung festgeschrieben, dass diese die Ansiedlung von Gas- und Kohlekraftwerken in Lubmin befürwortet.

OZ: Nun sind aber seit 2006 einige Jahre ins Land gezogen. Außerdem stehen Wahlen vor der Tür. .

Gedbjerg: Wir befinden uns in einem rechtsstaatlichen Verfahren. Die Bearbeitung der Genehmigungsunterlagen ist jetzt Sache der Behörden. Diese arbeiten professionell. Die politische Debatte hatte der Ministerpräsident für beendet erklärt.

OZ: Wie viel Geld hat Dong bereits ins Vorhaben gesteckt?

Gedbjerg: Direkt in Mecklenburg-Vorpommern sechs bis sieben Millionen Euro. Die Gesamtkosten sind aber deutlich höher.

OZ: Wofür wurde das Geld ausgegeben?

Gedbjerg: Für viele Gutachten sowie die Auftragserteilung für Kessel und Turbinen. Hier haben wir allerdings die Option, den Auftrag zurückzunehmen, sollte das Kraftwerk nicht genehmigt werden. Aber auch das kostet Geld.

OZ: Allein das Marketing dürfte eine Stange gekostet haben?

Gedbjerg: Oh ja. Wir haben in der Region immerhin 80 000 DVD verteilt, auf denen wir unser Vorhaben vorgestellt haben.

OZ: Wie sind diese angekommen? Haben Sie ein Feedback?

Gedbjerg: Viele Leute haben uns mitgeteilt, dass sie die Idee gut fanden. Sie hätten dadurch viele Informationen zum Kraftwerk bekommen. Wir stellen nämlich immer wieder fest, dass es schwierig ist, mit den Menschen über etwas zu diskutieren, das sie nicht kennen. Manch einer hat gar das alte Kraftwerk Peenemünde vor Augen. Da verstehe ich dann auch, warum immer wieder von einer Dreckschleuder geredet wird. 

OZ: Was meinen sie: Sind die Menschen bei uns in der Region eher für oder gegen ihr Vorhaben ?

Gedbjerg: Ich denke, die Lager sind geteilt, wobei die größte Gruppe die der Abwartenden bildet. Daneben gibt es sicher auch Leute, denen es egal ist, die sagen, dass sie andere Probleme haben. 

OZ: In der Lubminer Villenstraße gibt es ein Büro von Dong. Verirren sich dorthin auch Fragende?

Gedbjerg: Ja. Gerade war ein Ehepaar hier, das wissen wollte, ob wir Arbeit für ihre Kinder hätten.

OZ: Wie viele Bewerbungen haben sie aktuell auf dem Tisch?

Gedbjerg: 400. 

OZ: Dong ist in der Erörterung aufgefordert worden, Unterlagen an die Genehmigungsbehörde nachzureichen. Ist das erledigt?

Gedbjerg. Nein. Ich denke, dass wir dies in den nächsten zwei Monaten abschließen können.

OZ: Wann rechnen Sie mit einer Baugenehmigung?

Gedbjerg: Sobald wie möglich. Wenn die Gesamtgenehmigung vorliegt, fangen wir sofort mit dem Bau an. 

Interview: R. AMLER 


Peter Gedbjerg