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OZ 04.09.2009

Gefährliche Bakterien an der Ostseeküste

Rostock/Lubmin (dpa) Umweltmediziner haben in der Ostsee vor MV auch in diesem Jahr die für immungeschwächte Menschen gefährlichen Vibrionen- Bakterien nachgewiesen. Erkrankungen gab es nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales nicht. An drei von vier Messstellen sei der Keim in höheren Konzentrationen entdeckt worden, sagte Gerhard Hauk vom Landesamt gestern. Dabei handele es sich um Messstellen in Niendorf bei Wismar,umLubmin am Greifswalder Bodden undumKarlshagen auf Usedom. An der Messstelle in Warnemünde gab es keinen Nachweis. In Lubmin wurde Mitte August der höchste Wert gemessen. Dort wurde bei einer Wassertemperatur von 21 Grad der Spitzenwert von einer Million Keimen pro Liter erreicht. „Der Keim tritt weltweit in salzhaltigen Gewässern auf und vermehrt sich ab einer Wassertemperatur von 20 Grad massenhaft“, erläuterte der Experte. 2003 starb in MV eine Frau, weil sie sich über eine kleine Wundemit Vibrionen infiziert hatte. Sie hatte in der Ostsee vor Karlshagen gebadet. Einem zweiten Betroffenen konnte im selben Jahr das Leben nur durch Amputationen der betroffenen Gliedmaßen gerettet werden. Auch 2006 erkrankten drei Badende, die aber rechtzeitig mit Antibiotika behandelt wurden, wie Hauk sagte. Nach den dramatischen Erkrankungsfällen hat das Landesamt seit 2004 zwischen zehn bis 15 Badestellen an Ostsee und Bodden auf Vibrionen testen lassen. Seitdem seien in jedem Jahr Keime nachgewiesen worden.