Geteiltes Echo auf Dong-Pläne zum Schadstoff-Ausstoß

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Ostsee-Zeitung l Freitag, 06. Februar 2009 | Mecklenburg-Vorpommern
Geteiltes Echo auf Dong-Pläne zum Schadstoff-Ausstoß

Die Verbesserungsvorschläge von Dong Energy für das geplante Kraftwerk in Lubmin gehen Umweltschützern nicht weit genug. Die Wirtschaft hingegen begrüßt den Vorstoß.

Lubmin/Schwerin (dpa) Die Ankündigung des dänischen Energiekonzerns Dong Energy, den Schadstoffausstoß in seinem geplanten Kohlekraftwerk in Lubmin durch technische Veränderungen zu reduzieren, findet ein geteiltes Echo. Der Umweltverband WWF bezeichnete das Vorgehen der Dänen als „unseriös“. Dong habe behauptet, die beste verfügbare Technik einzusetzen und sich jetzt als Lügner entlarvt, sagt Cathrin Münster vom WWF. Mit den technischen Veränderungen werde zwar der Schadstoffausstoß verringert, die Wärmeeinleitung in den Greifswalder Bodden bleibe 

bestehen. Auch die Quecksilberbelastung bestehe weiter. Bereits jetzt würden die Grenzwerte im Greifswalder Bodden überschritten. Der Unternehmerverband Vorpommern begrüßt hingegen die Pläne, ein 1600-Megawatt-Kraftwerk in Lubmin ans Netz bringen zu wollen. Es könne nur gut sein, wenn Dong Energy die Auswirkungen des Kraftwerks auf die Umwelt weiter verbessere, sagt Verbandspräsident Gerold Jürgens. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise komme dem Kraftwerksbau, mit dem in der Bauphase 1500 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, große Bedeutung zu.

Dong Energy hatte angekündigt, durch technologische Veränderungen an der Filtertechnik und beim Entschwefelungsprozess und durch eine Optimierung der Betriebsabläufe die Schadstoffe wie Schwefel und Stickstoff halbieren und den Quecksilbereintrag auf ein Fünftel reduzieren zu wollen. Damit reagierten die Dänen auf die geäußerten Bedenken. Der Kraftwerksbau ist noch nicht genehmigt.

Auch im politischen Raum löste die Ankündigung gegensätzliche Reaktionen aus. Der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Waldmüller, sagte, dass mit den nun angekündigten Maßnahmen alle Auflagen erfüllt werden können. Dagegen die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Ute Schildt: „Wenn Dong alle gestellten Bedingungen erfüllt, d

arf Lubmin gebaut werden.“

Die Linke, die sich vehement gegen den 2,3-Milliarden-Euro-Bau ausspricht, hält das Kraftwerk´ auch weiterhin für nicht genehmigungsfähig. „Dieses sensible Gebiet ist denkbar ungeeignet für ein solches Vorhaben“, sagte der energiepolitische Sprecher der Linken, Wolfgang Griese.