Grüne laufen Sturm gegen CO2-Kompromiss

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 11. Juni 2008 | Politik l 167 Wörter
Grüne laufen Sturm gegen CO2-Kompromiss

Berlin (AP) Umweltschützer und Grüne haben heftige Kritik am deutsch-französischen Kompromiss für schärfere Klimagas-Grenzwerte bei Autos geübt. Autoindustrie und Wirtschaft zeigten sich dagegen zufrieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatten am Montag den EU-Plan grundsätzlich unterstützt, dass Neuwagen statt heute 160 Gramm im Durchschnitt ab 2012 nur noch 120 Gramm Kohlendioxid ausstoßen dürfen. Doch hatten sie auch eine Reihe von Erleichterungen für Autobauer vereinbart. Unter anderem sollen die Emissionsgrenzwerte gewichtsabhängig gestaffelt werden, so dass schwerere Autos bis 2015 mehr emittieren dürfen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz kritisierte, in Wirklichkeit werde damit der 120-Gramm-Grenzwert ad acta gelegt. Das von Merkel und Sarkozy befürwortete „Phase-In“ bis 2015 – also eine Einführungsphase – sei nichts anderes als eine Schonfrist für Spritfresser-Produzenten. Auch das Anrechnen angeblicher „Ökoinnovationen“ auf den Motorengrenzwert und die Milderung angedrohter Strafen verwässerten den Plan der EU-Kommission, kritisierte der Verband. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn kritisierte, der „lauwarme Kompromiss“ stelle Spritschlucker unter Artenschutz.