Gutachten: Kaum Gefahr durch Kraftwerk

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Ostsee-Zeitung l Dienstag, 23. September 2008 | Mecklenburg-Vorpommern l 196 Wörter
Gutachten: Kaum Gefahr durch Kraftwerk

Schwerin/Lubmin (dpa) Die Einleitung von Kühlwasser aus dem geplanten Steinkohlekraftwerk Lubmin in den Greifswalder Bodden wird einem Bericht von NDR 1 Radio MV zufolge für Badegäste kaum zu mehr Gesundheitsgefahren führen. 

Der Sender beruft sich auf ein Gutachten, das vom Umweltministerium in Auftrag gegeben wurde. Demnach wird es allerdings länger als sonst Wassertemperaturen von über 20 Grad geben. Dadurch könnte sich der Zeitraum für das Auftreten des auch jetzt schon vorhandenen Stäbchenbakteriums Vibrio vulnificus verlängern, das bei Menschen mit Wunden oder bei Immungeschwächten zu Beschwerden führen kann. Die Empfehlung der Gutachter lautet, die Badestellen wie sonst alle 14 Tage zu kontrollieren und dabei die Menge der Stäbchenbakterien im Blick zu behalten. Erhöhte Gesundheitsrisiken für Badegäste durch Legionellen oder Blaualgen werden ebenfalls nicht erwartet.

Nach dem Bericht existiere zudem ein zweites neues Gutachten zu den Luftschadstoffen aus dem Kohlekraftwerk. Eine Verschlechterung der Luftqualität in den nahen Erholungsorten, für die strengere Grenzwerte gelten, sei demnach ebenfalls nicht zu erwarten. 

Der dänische Investor Dong Energy will möglichst noch 2008 mit dem Bau beginnen und das zwei Milliarden Euro teure Kraftwerk 2012 ans Netz bringen.