Halbzeit bei Dong-Anhörung

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Ostsee-Zeitung l Wochenendausgabe, 08. November 2008 | Mecklenburg-Vorpommern l 242 Wörter
Halbzeit bei Dong-Anhörung

Im Anhörungs-Marathon zum Kohle- Kraftwerk wird Zwischenbilanz gezogen. Gutachter aus Lübeck kritisiert Meinung des Ministeriums zu Vibrionen.

Greifswald/Lübeck (OZ/dpa) Nach sieben der ursprünglich 13 angesetzten Verhandlungstage bei den Erörterungen zum Bau des Steinkohlekraftwerkes in Lubmin wird Zwischenbilanz gezogen. Im aufwendigsten Anhörungsverfahren in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns haben die Beteiligten bisher zwei Themenschwerpunkte abgehandelt – die Auswirkungen zur Entnahme und Einleitung von Kühlwasser in den Greifswalder Bodden sowie die naturschutzrechtlichen Belange bei der Gewässernutzung. Der Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Naturschutz (StAUN) Ueckermünde, Horst Wroblewski, bezeichnete den bisherigen Verlauf als „richtig gut“. Es sei täglich bis zu neun Stunden „auf hohem fachlichen und rechtlichen Niveau, sehr gut vorbereitet und sehr konzentriert“ debattiert worden. Die Behörde werde „viel mitnehmen“, so der StAUN-Chef. 50 bis 100 Einwender seien jeden Tag dabei, die sich mit vielen eigenen Wortbeiträgen einbrächten. Der Behördenchef zeigte Verständnis dafür, dass es u.a. zum Vorkommen der gefährlichen Vibrionen-Bakterien „unterschiedliche emotionale Ansätze“ gebe. Alle Argumente würden gesammelt und gewichtet. Der Verfasser des Gutachtens zur möglichen Beeinträchtigung der Badewasserqualität sieht die aufsehenerregende Stellungnahme zu seiner Studie kritisch. „Die Einschätzung des Sozialministeriums zu den Auswirkungen der Vibrionen ist überzogen“, meint Werner Solbach, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Lübeck. „Das Segment, das ich beurteilt habe, wäre kein Hindernisgrund für eine Genehmigung.“ Dienstag geht es mit Fragen zum Artenschutz weiter, ab 13. 11. um Probleme der Grundwasserabsenkung. Ab 19. 11. geht es um den Eintrag von Luftschadstoffen (Immissionschutz). 

ELKE EHLERS