Kraftwerksgegner wollen Umweltpreis

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 29. April 2009 | Ostvorpommern
Kraftwerksgegner wollen Umweltpreis

Ostvorpommern Das Ansinnen mutet nur auf den ersten Blick und besonders unter politischem Aspekt etwas merkwürdig an. Ausgerechnet jene Allianz, deren Kampf gegen das geplante Steinkohlekraftwerk am Greifswalder Bodden bei den Regierungsparteien in der Landeshauptstadt mehrheitlich auf Ablehnung stößt, will dafür auch noch „belohnt“ werden. Doch die Tatsache, dass sich die Allianz „Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin“ um den Umweltpreis des Landtages Mecklenburg-Vorpommerns bewirbt, hat auch eine starke innere Logik.

Immerhin geht es denen, die das Kraftwerk auch und vor allem unter ökologischen Gesichtspunkten unbedingt verhindern wollen, gerade um eine alternative Energiepolitik der Zukunft. Dafür steht auch, so die Grüssowerin Karin Kaspar, die bereits seit über zwei Jahren laufende „Kampagne für Klimaschutz und erneuerbare Energien“. Die Sprecherin der Allianz – gerade am Wochenende enttäuscht über den Dissens bei Dong in ihrer SPD vom Landesparteitag zurückgekehrt – hält dies indes nicht davon ab, ihre Bemühungen zu intensivieren.

Die Allianz – bestehend aus den Bürgerinitiativen „Zukunft Lubminer Heide“, „Keine Steinkohlekraftwerk“ (Usedom), „Greifswald gegen das Kohlekraftwerk Lubmin“ sowie „Rügen gegen das Kohlekraftwerk Lubmin“ und den Umweltorganisationen BUND und WWF – hat ihre Bewerbung auf der gestrigen Landespressekonferenz vorgestellt. Und offenbar ist das Selbstvertrauen der Kraftwerksgegener, zu denen im weitesten Sinne inzwischen auch zahlreiche Gemeinden der Region per Beschluss ihrer Gremien zählen, ungebrochen. Allen Rückschlägen, Vakanzen und Verzögerungen im Verfahren zum Trotz wollen die Jelinski, Labouvie & Co. weitermachen, um womögliche negative Auswirkungen auf die Natur im Nordosten und den die Wirtschaftsstruktur der Region prägenden Tourismus zu verhindern.

Michael Woitacha von der Insel Usedom, der gemeinsam mit sechs Mitstreitern dazu in Schwerin war, ist guter Hoffnung, auch wenn es acht bis neun Mitbewerber um den Umweltpreis gibt. Immerhin hat nur die Allianz ihren Antrag gestern den Journalisten vorgestellt. „Sollten wir erfolgreich sein, wird uns das weiter beflügeln“, sagte Woitacha am OZ-Telefon. STEFFEN ADLER