Mehrheit in MV gegen Kraftwerk in Lubmin

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 14. Januar 2009 | Titelseite l 303 Wörter
Mehrheit in MV gegen Kraftwerk in Lubmin

Im Nordosten lehnen laut einer Umfrage 47 Prozent den Bau eines Steinkohlemeilers ab – 42 Prozent sind dafür.

Schwerin (OZ) Der Bau des Steinkohlekraftwerks Lubmin stößt in Mecklenburg-Vorpommern mehrheitlich auf Ablehnung. Das ergab eine Umfrage des SPD-nahen Münchener Meinungsinstituts Polis/Sinus im Auftrag der Schweriner Staatskanzlei. Danach sprachen sich im Dezember 47 Prozent von 1205 Befragten gegen den Bau aus. 42 Prozent votierten dafür.

Während sich die Anhänger der SPD mit 47 Prozent Zustimmung bei 46 Prozent Ablehnung gespalten zeigen, ist der Widerstand bei CDU-Wählern größer. So lehnen 52 Prozent der Befragten das Kraftwerk des dänischen Stromerzeugers Dong Energy ab. 43 Prozent stimmen der Zwei-Milliarden-Euro-Investition zu.

„Die Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin ist“, sagte Regierungssprecher Andreas Timm (SPD). Auch regional lassen sich kaum Unterschiede ausmachen. So liegt der Anteil der Kraftwerksgegner in Mecklenburg mit 48 Prozent nur knapp über dem in Vorpommern (44 Prozent).

Vor einem Jahr hatte eine Erhebung des Meinungsinstituts Forsa im Auftrag der OZ ein ähnliches Ergebnis ergeben. Damals sprachen sich 55 Prozent gegen und 35 Prozent für den Kohlemeiler aus. Auch damals war die Ablehnung unter CDU-Anhängern mit 59 Prozent hoch. „Die CDU-Anhänger folgen offenbar nicht ihrer favorisierten Partei“, sagte Helmut Holter, Vizefraktionschef der Linken im Landtag.

Dies beweist ein Blick auf die Insel Rügen. Carola Koos (CDU), Bürgermeisterin in Göhren, sagte, es gebe heftigen Widerstand in den Reihen der Christdemokraten. Koos zeigte sich empört, dass die Argumente der Kraftwerksgegner von der Landes-CDU „einfach ignoriert werden“. Sie verstehe nicht, wie man die negativen Auswirkungen des Kraftwerks auf die Umwelt so verharmlosen könne.

Eine Kritik, die am wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Waldmüller, abprallt. Die Ablehnung sei „längst nicht so hoch wie von manchem erhofft“. Waldmüller erinnerte an den Koalitionsvertrag. In dem habe auch die SPD die Nutzung von Steinkohle für den Industriestandort Lubmin ausdrücklich verankert.

Bild StatistikJÖRG KÖPKE



Anmerkung der BI: Hier rechts sehen Sie besagte Satistik aus der Studie.
Und wer die ganze Studie sehen will, die übrigens sehr an den alten Schüler-Trick erinnert, die vorgeschriebene Seitenzahl mehr durch große Schrift anstatt Substanz zu erreichen, der kann diese hier finden.