Obamas mutloser Kampf gegen den Klimawandel

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 29. April 2009 | Politik
Obamas mutloser Kampf gegen den Klimawandel

Washington (dpa/AP) Deutsche Umweltminister kommen nicht jeden Tag nach Washington, schon gar nicht ins Weiße Haus. Allein die Tatsache, dass Präsident Barack Obama die Delegationsleiter des „Forums über Energie und Klima“ empfangen hat, zeigt, wie wichtig die USA das Thema Klimawandel jetzt nehmen. Erstmals seit vielen Jahren gebe es in Sachen Treibhausgase mit Washington „substanzielle Gespräche“, lobte Sigmar Gabriel, endlich erkenne Washington die vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse über den Zusammenhang zwischen CO2

-Gasen und der Erderwärmung an, erstmals seien die USA auch bereit, „verpflichtende internationale Verträge“ über die Verringerung von Treibhausgasen zu unterschreiben. 

Dann aber geht er mit den USA ins Gericht: Viel zu wenig werde getan, auch die neuesten Initiativen des Obama-Teams, die derzeit im Kongress behandelt werden, fielen meilenweit hinter dem bisher Erreichten in der EU zurück.

Tatsächlich ist die Kluft erschreckend: Während in den USA zwischen 1990 und 2005 der Ausstoß von Treibhausgasen um fast 16 Prozent zunahm, senkte etwa Deutschland seine Werte in den vergangenen 18 Jahren um 23 Prozent. Schlimmer noch: Auch die Obama-Regierung tendiert dazu, einen echten Durchbruch auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben. „Politiker lieben langfristige Ziele“, schimpft Gabriel. „Die müssen nämlich erst ihre Enkel erfüllen.“ 

Dabei ist die Lage dramatisch: Friedensnobelpreisträger Al Gore warnte gestern vor einem immer schnelleren Abschmelzen des Eises an Nord- und Südpol sowie in den Gebirgen. Das führe zum Ansteigen des Meeresspiegels und zum Ende der Gletscher als Trinkwasserspeicher. „Wenn das Eis weg ist, kommt es nicht mehr wieder“, sagte der ehemalige US-Vizepräsident. PEER MEINERT