Roth: Kohlekraftwerk Lubmin ist ein Klimakiller

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Ostsee-Zeitung l Donnerstag, 06.08.2009
Roth: Kohlekraftwerk Lubmin ist ein Klimakiller
Von R. ZWEIGLER Rostock (OZ) In Horst Schlämmers – alias Harpe Kerkelings – Kabinett wird sie als Außenministerin gehandelt. Gestern Nachmittag machte die Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, während ihrer Sommertour Station bei der OSTSEE-ZEITUNG. Den Gastauftritt in Kerkelings Film kommentiert die einstige Theaterwissenschaftlerin mit einem Augenzwinkern. Man müsse lernen, ernste Probleme ernst zu nehmen. Aber auch das Lachen gehöre zum Leben, meinte die Frohnatur aus Augsburg, die so herzhaft lachen, aber in Sekundenschnelle auf ernste Politik umschalten kann. Dass die EU etwa allen Ernstes mit offiziellen Vertretern bei der Vereidigungsfeier des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad vertreten war, bringt die Menschenrechtsaktivistin der Grünen gehörig auf die Palme. Ein „verheerendes Signal“, rüffelt sie Brüssel wie Berlin. Auch bei anderen politischen Themen redet die zum linken Flügel ihrer Partei zählende Roth gern Klartext. Das bei Lubmin vom dänischen Dong-Konzern geplante Kohlekraftwerk „ist ein Klimakiller“. Kraftwerke dieser Art, selbst wenn sie mit den modernsten Filtern ausgestattet seien, blieben „extrem gesundheitsgefährdend“. Einen Boom an Arbeitsplätzen werde es ebenfalls nicht geben. Nicht einmal in der Bauphase der Milliardeninvestition, meint Roth. Damit widerspricht sie vehement den Ankündigungen von Landes-Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU). Die Grünen wollen keine neuen Kohlemeiler, solange das Treibhausgas CO2 nicht zuverlässig abgeschieden werden kann. MV sollte viel stärker in erneuerbare Energien – Windkraft-, Solaroder Bioenergieanlagen – investieren, meint Frau Roth. In den Wahlkampf ziehen die Grünen mit einem „Green New Deal“, einer Art Gesellschaftsvertrag, der auf neue Jobs im Umwelt- und Energiebereich, in Bildung und Gesundheit setzt. Für einen Mindestlohn von 7,50 Euro ist die Partei ebenso wie für ein höheres ALG II oder 45 Prozent Spitzensteuersatz. Außerdem soll es eine Sonderabgabe für Reiche zur Finanzierung der Krise geben.