Solarbranche siedelt sich gern in MV an

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Ostsee-Zeitung l Freitag, 28. November 2008 | Wirtschaft l 500 Wörter
Solarbranche siedelt sich gern in MV an

Die Wirtschaftsförderer von Invest in MV werben für Ansiedlungen im Land. 2008 war das Jahr für Firmen im Sektor erneuerbarer Energien.

Rostock (OZ) Am Ende eines „geduldigen Spiels“ stehen Mitteilungen wie die jüngste: Die australische Goodman- Group wird in Schönberg im Landkreis 

Nordwestmecklenburg ein Logistikzentrum für eine westfälische Speditionsgruppe errichten. Übergeben werden sollen die Hallen mit insgesamt 40 500 Quadratmeter Fläche im zweiten Quartal 2009. Goodman als Eigner wird die Immobilie entwickeln und managen. Absender der Mitteilung: die in Schwerin ansässige Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH.

„Mindestens ein bis eineinhalb Jahre liegen zwischen erstem Kontakt und erstem Spatenstich“, umreißt Michael Sturm, Geschäftsführer von Invest in MV, den langwierigen Prozess, Unternehmen für Ansiedlungen im Land zu gewinnen. Das ist die Kernaufgabe von Invest in MV – wie sich die einstige Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Land seit mehr als einem Jahr nennt. „Wir sind momentan mit über 140 Unternehmen im engeren Gespräch.“ Dabei kristallisiere sich heraus, „dass Mecklenburg-Vorpommern vor allem für Firmen im Bereich der erneuerbaren Energien und im Maschinenbau immer interessanter wird“. Nach Sturms Angaben betreue Invest in MV zurzeit 24 Unternehmen der Windkraft- und Solarbranche.

Nicht zufällig steht auf der Habenseite der Wirtschaftsförderer in diesem Jahr u. a. die Ansiedlung des Windkraft-Anlagenbauers Kenersys in Wismar. Acht Millionen Euro werden in ein Produktionswerk investiert, 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Im Sommer 2009 soll der Betrieb starten. „Drei Viertel aller 2008 bisher durch Ansiedlungsprojekte generierten Jobs zählen in den produktiven Bereich“, betont Sturm.

Insgesamt kann der Invest- in-MV-Chef, der zu Jahresbeginn von Rostock Business in die Wirtschaftsförderung auf Landesebene wechselte, eine positive Bilanz ziehen. „Mehr als doppelt so viel neue Projekte als 2007 wurden bisher festgemacht.“ Davon wurden über 30 Prozent auf Messen angebahnt. Die Messepräsenz von Invest in MV stieg von sechs Beteiligungen im Jahr 2007 auf 22 in diesem Jahr. Vier davon im Ausland. Für 2009 sind 27 Präsentationen geplant.

Als entscheidenden Faktor für den Erfolg sieht Geschäftsführer Sturm „die enge Kooperation von Invest in MV mit den kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderern im Land.“ Von denen es 30 bis 40 gibt. Das Miteinander bringt Vorteile für beide Seiten. „Mit gemeinsamen Messeauftritten helfen wir, dass Kommunen besser öffentlich wahrgenommen werden.“ Dafür profitieren die Schweriner Ansiedlungsprofis von den Ideen, die „vor Ort entstehen“. So können Anforderungsprofile für Ansiedlungen genauer erstellt werden, was die Entscheidung für einen Standort beeinflusst.

Insgesamt stehen für die Projekte und die 14 Mitarbeiter von Invest in MV 1,8 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Gut 99 Prozent des Etats würden laut Sturm vom Land kommen, das mit 58 

Prozent an der Gesellschaft beteiligt ist. Die anderen Anteile entfallen auf den Ostdeutschen Bankenverband sowie auf Kammern und die Vereinigung der Unternehmensverbände für MV.

Potenzial für weitere Ansiedlungen im ganzen Land sieht Michael Sturm in der Solarbranche. Eine entsprechende Analyse soll „die Zielgenauigkeit der Arbeit“ erhöhen. Zudem wollen die Macher von Invest in MV auf einer Konferenz im nächsten Monat in Güstrow mit „Entscheidern“ wie Landräten und Bürgermeistern über gemeinsame Wege in der Wirtschaftsförderung diskutieren. 

THOMAS SCHWANDT