Tourismus braucht Individualangebote

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Ostsee-Zeitung I Donnerstag, 06. November 2008 | Hansestadt Greifswald l 311 Wörter
Tourismus braucht Individualangebote

Die Wachstumsraten im Tourismus auf Usedom und in der Hansestadt sind gut. Doch Analysen zeigen: die Nachbarn schlafen nicht.

Greifswald Mit 7,1 Millionen Übernachtungen im Jahr 2007 belegte Vorpommern den 3. Platz unter den Küstenregionen der Ostsee in Europa. Für die vielen Touristiker, die der Einladung der Sparkasse Vorpommern zum Tourismusbarometer 2008 gefolgt waren, stellten diese Zahlen nichts Neues dar. Dennoch lauschten sie aufmerksam der neuesten Studie von Prof. Mathias Feige aus Berlin, um zu hören, wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein, Pommern und Estland im Tourismus gepowert wird, um verlorenes Terrain zurück zu holen. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Vorpommern, Jürgen Hahn, verwies auf die große Bedeutung der Branche: „Vorpommern lebt in großem Maße vom Tourismus – vom Einzelhändler über Kultureinrichtungen, die kleine Pension bis hin zum 5-Sterne-Hotel. Aber weil dringend weitere Arbeitsplätze gebraucht werden, ist die Zusammenarbeit mit angrenzenden Wirtschaftsbereichen unverzichtbar“, so Hahn.

Das Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes gibt es seit 1998. Es gilt als hochwertiges Instrument, um Entwicklungen und Trends für die Urlaubsregionen auszumachen. Prof. Mathias Feige machte deutlich, das Vorpommern und vor allem die Inseln Usedom und Fischland-Darß von 2000 bis 2007 Wachstumsraten von 27 Prozent hatten. „Doch die Tendenz ist rückläufig. So hat der Landkreis Ostvorpommern insgesamt drei Millionen Übernachtungen zu verzeichnen, Nordvorpommern zwei Millionen, Uecker-Randow aber nur 200 000. Deshalb müssen die Vorpommern viel mehr auf Polen und Schweden schauen, da sieht man, was geht“, forderte er. Gefragt bei den Urlaubern seien individuelle Angebote, zugeschnitten auf Alter und Zielgruppe. So nannte Feige es einen großen Fehler, immer von der Zielgruppe „50+“ zu sprechen. „Zwischen 50 und 80 Jahren liegen Welten...“. Auch beim Städtetourismus sind nach wie vor große Anstrengungen nötig. Positiv nannte er Greifswald und Stralsund, die bei den Gästen mit vielen kulturellen Angeboten punkten können. Die Veranstaltung zum Tourismusbarometer 2008 war bereits die dritte zu diesem Thema in der Sparkasse Vorpommern. Die Zahl von über 160 Gästen beweist, dass die Entwicklung der Tourismusbranche in der Region große Beachtung findet. 

CORNELIA MEERKATZ