Zweifel an Sicherheit des Erdgasspeichers

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Ostsee-Zeitung l Freitag, 06. Februar 2009 | Ostvorpommern
Zweifel an Sicherheit des Erdgasspeichers

Ostvorpommern Weiß eine Landtagsvizepräsidentin mehr als ein Uniprofessor? Man könnte das meinen, denn Renate Holznagel, Abgeordnete der CDU in Schwerin, verkündete in der OZ vom 24./25. Januar: „Es ist völlig unsinnig, Mecklenburg-Vorpommern zur Erdbebengefahrenzone zu erklären.“ Kritiker werfen der Politikerin vor, ein Ereignis, das einige Bereiche unseres Landes „ durcheinander rüttelte“ klein zu reden. Zur Erinnerung: Am 16. Dezember 2008 fand im südlichen Ostseeraum ein Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala statt. Laut Experten der Universität Uppsala war es das stärkste seit 1904. Auch in Greifswald war das Beben zu spüren.

Der Greifswalder Geologieprofessor Martin Meschede wies seinerzeit darauf hin, dass eine alte, für inaktiv gehaltene geologische Störung „wieder erwacht“ sei. Grüne Forderungen, die Sicherheit des Atommüllzwischenlagers bei Lubmin erneut zu untersuchen, wies die EWN-Geschäftsführung am 28. Januar zurück. Das sei vor dem Bau erfolgt: „Der Standort Lubmin liegt nicht in einer Erdbeben gefährdeten Zone." Nun soll ja im Salzstock bei Moeckow ein Erdgaslager entstehen. Für Geologieprofessor Martin Meschede ist das, vorsichtig gesprochen, nach dem Erdbeben noch problematischer geworden. Er hatte zuvor schon angemerkt, dass er unter den gegebenen geologischen Verhältnissen die Stabilität der Außenhaut des Salzstocks kritisch sieht. Auch andere Geologen wiesen auf Gefahren hin.

Die Firma, die das Lager betreiben will, führt eigene Messungen von 2008 an und das Projekt vorantreibt. Kritiker sehen sich durch das Beben bestärkt. Ein Salzstock im Einflussbereich der wiedererwachten Störungszone sei kein sicheres Lager. Das Gas könnte entweichen – mit vorhersehbaren Folgen. H. W./. Ob.