Biogas entlastet Portemonnaie

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Ostsee-Zeitung l Wochenendausgabe, 14. Juni 2008 | Titelseite Rügen l 319 Wörter
Biogas entlastet Portemonnaie

In 2000 Bergener Haushalten sorgt die Biogasanlage im Gewerbegebiet mit für warme Stuben. Sie wurde gestern in Betrieb genommen.

Bergen Erdgas wird auf Rügen ab August um 17 Prozent teurer. Den Insulanern steht damit die zweite Preiserhöhung ins Haus. Erst im April hatte die EWE, Erdgasversorger auf Rügen, den Preis um 11,5 Prozent angehoben (OZ berichtete). „Unsere Mieter kommen besser weg und werden die Inbetriebnahme der Biogasanlage im Portemonnaie spüren.“ Dessen ist sich Dr. Helmut Voltz, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Am Rugard“ sicher. Auch die Mieter der Bergener Wohnungsgesellschaft im Stadtteil Süd profitieren. „Die Abwärme aus der Biogasanlage, die wir für die Wärmeversorgung der Wohnungen nutzen, ist nicht wie das Gas an den Ölpreis gekoppelt. Preissprünge sind ausgeschlossen, in den langfristigen Abnahmeverträgen ist eine Preissteigerung von einem Prozent jedes Jahr festgeschrieben“, erklärt Martin Raatzke, Geschäftsführer der Rügen Haustechnik GmbH. Die Gesellschaft versorgt die Haushalte im Stadtteil mit Wärme, betreibt das Heizhaus in Bergen-Süd. Das ist mit einer Leitung schon mit der neuen Biogasanlage im Gewerbegebiet am Tilzower Weg verbunden.
„Biomasse als regenerativen Energiezweig werden wir immer unterstützen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte gestern symbolisch den Knopf zur Inbetriebnahme der Biogasanlage. Die EU habe sich darauf verständigt, den Anteil regenerativ erzeugter Energie beim gebrauchten Strom bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen. „Da liegen sie hier in Bergen Süd schon heute drüber.“ In gut einem halben Jahr hat die C 4-Energie-AG aus dem schleswig-holsteinischen Selent nach Grundstückskauf von der Stadt Bergen die Anlage errichten lassen. Landwirtschaftsbetrieben in der Umgebung liefern die nachwachsenden Rohstoffe. Aus der Mais- und Roggensilage werden im Jahr ca. 4,8 Millionen Kubikmeter Biogas erzeugt und in zwei Blockheizkraftwerken verstromt, zudem rund 2000

Haushalte und 20 Gewerbeeinheiten in Bergen Süd mit Wärme versorgt, tituliert C 4-Vorstand Bernd Köhler das Projekt denn auch als „vorzeigbar und beispielgebend“. Das erzeugte Biogas ersetzt im Jahr nämlich ca. 2,8 Millionen Liter Heizöl. Somit werden rund 5600 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Luft geblasen.

UDO BURWITZ