Präsidenten-Gattin besucht Baabe

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Ostsee-Zeitung | Freitag, 30. Januar 2009 | Titelseite Rügen

Präsidenten-Gattin besucht Baabe

Eva Luise Köhler, die Gattin des Bundespräsidenten und Schirmherrin des Müttergenesungswerks besuchte gestern die Klinik in Baabe.

Baabe Ob er denn auch einen eigenen Koffer habe, will die „Tante" wissen. Ein scheuer Blick zur Mama, dann sagt der kleine Max: „Na klar!" und ob er ihn auch selbst gepackt hat, bevor er mit Mama an die Ostsee gefahren sei, fragt Eva Luise Köhler. Nee, das habe er nicht, gesteht der Knirps. Dann erzählt der zweijährige Max der Gattin des Bundespräsidenten auch noch, dass er hier in der Kurklinik schon einen Freund gefunden hat. Und der heißt auch noch ausgerechnet Moritz! Weil die Besucherin so nett lacht, zeigt er ihr auch gleich noch sein Bettchen.

bundesprsidenten_khler Eva Luise Köhler (2. v. l.), die Gattin des Bundespräsidenten Horst Köhler, besuchte gestern als Schirmherrin des Deutschen Müttergenesungswerkes die Mutter-Kind-Klinik in Baabe. Hier schaut sie Max Heide (8) bei über die Schulter. Bärbel Jung (l.) betreut den Hausaufgaben-Unterricht. Mit dabei beim Besuch auch Kreistagspräsidentin Gisela Lemke (r.). Foto: Ralph Sommer

Max und Schwester Lilli (5), die seit Mitte Januar zusammen mit Mutti Silke einen dreiwöchigen Kuraufenthalt in der Mutter-Kind-Klinik Baabe erleben, scheinen sich sichtlich wohl zu fühlen. „Die Ostsee war mein Wunschziel", sagt die junge Frau aus dem sächsischen Reichenbach. Jetzt im Winter könne man bei den ruhigen Spaziergängen am Strand richtig gut vom Alltagsstress ausspannen. Behandlung, Service, Freizeitangebote und die Freundlichkeit des Personals seien hervorragend. „Der erste Erholungseffekt ist schon eingetreten!" Über die Qualität der Klinik hat sich die Schirmherrin des Müttergenesungswerk gestern einen umfassenden Überblick verschafft. Im Nachbarort Göhren hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann, Bundespräsident Horst Köhler, einige Tage Privaturlaub genossen, sagt sie während des Klinikrundgangs. Im sogenannten Kinderhaus der Klinik trifft sie auf eine Kindergruppe. Hier werden Kinder, je nach Wunsch ihrer Mütter, betreut - damit Mama auch mal für ein paar Stunden abschalten könne, erklärt die Leiterin Bärbel Jung. Die Einrichtung stehe täglich mehr als acht Stunden zur Verfügung, inklusive Frühstück und Mittag. Ein hervorragender Service, findet Frau Köhler! Da könnten die Mütter auch einmal loslassen und für eine kurze Zeit eigenen Interessen nachgehen.

Zum Beispiel Basteln, Malen oder Filzen. Im Kreativraum der Klinik wird die Besucherin von mehreren jungen Frauen begrüßt, die sich hier hin und wieder nachmittags nach den aufwändigen medizinischen Behandlungen zum Plausch treffen. Wesentlich ernster geht es in der Hausaufgabenbetreuung nebenan zu. Als Eva Luise Köhler leise den Raum betritt, büffeln gerade Max Heide (8) und Magnus Haberkost (7) über Mathe und Deutsch. Ihre Lehrer daheim hätten ihnen eine Menge Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben, berichten sie. Unter Anleitung wird das Programm nun tagtäglich abgearbeitet.

MV und besonders die Inseln böten den gesundheitlich angeschlagenen Müttern und ihren Kindern nicht nur hervorragende natürliche Bedingungen für eine Genesung, lobt Frau Köhler. Die modernen Kliniken hätten sich auch optimal darauf eingestellt, dass Mütter und Kinder gleichzeitig einen erfolgreichen Kuraufenthalt erleben könnten. Durch die Vermittlungen des Müttergenesungswerkes und dank neuer gesetzlicher Regelungen seien die Häuser inzwischen auch wieder deutlich besser ausgelastet als vor wenigen Jahren.

Das kann Klinik-Chef Sigurd Rau nur bestätigen. Es habe Jahre gegeben, da sei die 1998 gegründete Kureinrichtung der AWA SANO GmbH Rerik nur zu einem Viertel ausgelastet gewesen. Seitdem 2007 Mutter-Kind-Kuren zur Pflichtleistung von Krankenkassen wurden, sei das anders. Mit 58 Müttern und 86 Kindern sei das Haus derzeit so gut wie voll. „Und mit einer Auslastung von 97 Prozent war für unsere Klinik das Jahr 2008 das bislang erfolgreichste", sagt Rau. Probleme gebe es dennoch. Es werde immer schwieriger, Fachpersonal und Ärzte für die Kliniken zu bekommen. Und der Plan zum Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin, keine 30 Kilometer Luftlinie entfernt, stoße in der einzigen „Allergikerfreundlichen Gemeinde" Deutschlands auf wenig Verständnis.