„Bedenkzeit“ für Kraftwerk

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Ostsee-Zeitung l Wochenendausgabe, 12. April 2008 | Ostvorpommern l 281 Wörter
„Bedenkzeit“ für Kraftwerk

Gristow Der Kreis-Wirtschaftsausschuss nimmt sich eine weitere Bedenkzeit für die Beurteilung des möglichen Baus eines Steinkohlekraftwerkes im Industriegebiet der Lubminer Heide. Daran hat auch der gestrige Vortrag von Prof. Martin Benkenstein vor dem gemeinsam tagenden Wirtschafts- und Tourismusausschuss des Kreistages nichts geändert. Benkenstein ist einer der Verfasser des Tourismusverträglichkeitsgutachtens vom Ostseeinstitut für Marketing, Verkehr und Tourismus, der – nun schon zum wiederholten Male – seine Ergebnisse auch den kreislichen Gremien im Gristower Hotel „Waldeslust“ erläuterte.
Die Resultate des Tourismusgutachtens in Kurzform: Negative Auswirkungen auf den Tourismus habe der mögliche Bau eines Steinkohlekraftwerks nur direkt auf das Seebad Lubmin. Hier werde man reagieren und sich darauf einstellen müssen. Am wenigsten betroffen sei die Insel Usedom. Auf Rügen sei nur der Südzipfel Thiessow/ Klein Zicker negativ betroffen. Von dort aus würde der vorgesehene Bau – wie auch schon jetzt die Maschinenhalle des Ex-KKW – zu sehen sein. Viel gefährlicher, so schätzte der Experte ein, sei ein möglicher Imageverlust der Tourismusregionen. „Das wäre ein mittlerer GAU“, sagte Benkenstein. Dieser könnte dann eintreten, wenn das Steinkohlekraftwerk in seiner Gesamtproblematik auch überregional ausgesprochen negative Schlagzeilen machen würde und diese Negativschlagzeilen in eine enge Verbindung mit den Tourismusregionen Rügen und Usedom gebracht würde. Bestes Beispiel sei dafür seinerzeit der Umgang mit der Vogelgrippe auf Rügen gewesen, die bekanntlich einen rapiden Rückgang der Gästezahlen nach sich zog.

Nach der Diskussion wies Ausschussvorsitzender Rainer Weber noch einmal darauf hin, dass es sich lediglich um eine Anhörung zum geplanten Kohlekraftwerk gehandelt hätte. Eine Bewertung desselben würde zu einem späteren Zeitpunkt getroffen. Wann, ist unklar. ST. BR.