Leitungsbau beginnt im Herbst

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Ostsee-Zeitung l Mittwoch, 19. März 2008 | Ostvorpommern l 373 Wörter
Leitungsbau beginnt im Herbst

Der Bau der 480 km langen OPAL-Gasleitung durch das Unternehmen WINGAS rückt näher Sie ist eine der größten deutschen und euro- päischen Energie-Infrastrukturmaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte. Sie beginnt bei Lubmin und endet in Olbernhau (Sachsen). OPAL soll bis 2010 fertig gestellt werden. Ostvorpommern Das Unternehmen WINGAS drückt aufs Tempo. Nachdem die ersten Rohre für die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung, kurz OPAL, angeliefert und mittlerweile auf den beiden Lagerplätzen des Landkreises gestapelt wurden (OZ berichtete), hat gestern das Bergamt Stralsund die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens öffentlich bekannt gemacht. Die vollständigen Planungsunterlagen können demnach vom 26. März bis zum 25. April u.a. in den Ämtern Lubmin oder Züssow von jedermann eingesehen werden.

Gestern informierten der Hauptreferent für die Trassenplanung/Genehmigungsverfahren, Holger Illian, sowie der Chef Technologist vom Unternehmen WINGAS, Klaus Haussmann, zum bevorstehenden Bauvorhaben. Die Experten gehen davon aus, dass nach der Auslegungsphase mit einem Planfeststellungsbeschluss Ende dieses Jahres zu rechnen ist. Haussmann, zuständig für die aufzubauende Verdichter-/Anlandestation für die Nord-Stream-Leitung am Lubminer Industriehafen, nennt als möglichen Baubeginn für die eigentliche Anlandestation am Lubminer Hafen das 3. Quartal 2009 mit Fertigstellungstermin Ende 2010. Die Bauphase für den Rohrleitungsbau könnte nach Informationen der Spezialisten das 4. Quartal 2008 bis Mitte 2010 umfassen.

Zum Verlegen der Rohrleitung ist eine sogenannte Arbeitstrasse von zunächst 36 Metern Breite erforderlich. Innerhalb dieser Trasse wird ein Graben ausgehoben, in dem mit spezieller Technik die bereits verschweißten Rohre in einem sogenannten Fließbandsystem verlegt werden. Das Verschweißen der 1,40 Zentimeter starken Rohre erfolgt unmittelbar vor Ort. Es ist damit zu rechnen, dass insgesamt etwa 50 Mitarbeiter vor Ort tätig sein werden.

Die Trasse für die Rohrleitung beginnt am Hafen Lubmin und verläuft zunächst parallel der Landesstraße rechtsseitig in Richtung Seebad Lubmin. Kurz vor Ortsbeginn des Seebades werden Straße und Schienengleis linksseitig unterquert und der Trassenverlauf erfolgt in Richtung Wusterhusen. Dann wird für die Verlegearbeiten der Bereich unterhalb der bestehenden Hochspannungstrasse genutzt. Im Landkreis Ostvorpommern muss die OPAL-Gasleitung die Flussniedrungen der Ziese (nahe Wusterhusen) und der Peene (nahe Stolpe) passieren. Besonders die Peenequerung wird in einem bautechnisch komplizierten Verfahren realisiert, dass das Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt hat, sagte Holger Illian. Angewandt wird ein unterirdisches Rohrvortriebsverfahren (Microtunneling). Dabei wird die Peene als ökologisch außerordentlich wertvolles Gebiet in etwa 21 Metern Tiefe auf einer Länge von fast 1000 Metern unterquert. Illian lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Bergamt als auch mit den Trägern öffentlicher Belange, insbesondere den Umweltbehörden.

STEFAN BRÜMMER