Die Veranstaltung begann mit einem Gottesdienst im Dom, der von der Tansanierin Angela Olotu geleitet wurde. Die Pastorin, die derzeitig in Hamburg an ihrer Promotion in Theologie arbeitet, sprach über Probleme ihres Landes und die Folgen des Klimawandels, die dort schon jetzt direkt spürbar seien. In einem der anschließenden Workshops hielt die 34-Jährige einen Diavortrag gemeinsam mit Hanna Hanke, einer 20-Jährigen, die nach dem Abitur selbst ein Jahr lang in Tansania gelebt hatte. Sie berichteten von den lebensbedrohenden Veränderungen der Regen- und Trockenzeiten infolge des Klimawandels, aber auch vom fehlenden Bewusstsein vieler Einheimischer, ihre Wälder zu schützen. „Hilfsprogramme lassen oft den Mentalitätsunterschied außer acht“, gab Hanke zu bedenken.

Dies zu kompensieren hat sich wiederum der Verein Afrikas Renaissance und Wiederaufbau e.V., der neben anderen mit einem Stand vor Ort vertreten war, auf die Fahnen geschrieben. „Wir arbeiten für einen besseren Austausch zwischen Europa und Afrika“, erzählte Ilibi Lucien. Hierzu unterstützen die Vereinsmitglieder begabte junge Menschen aus Afrika, um ihnen ein Universitätsstudium in Deutschland zu ermöglichen. Dadurch sollen diese befähigt werden, die Not in ihrem Heimatland zu lindern. Angesichts dessen, dass es beispielsweise in der Republik Kongo bei derzeitig etwa 10 000 Studierenden nur eine Universität gibt, die lediglich für 200 Lernende konzipiert ist, ist dieses Vorhaben von unschätzbarem Wert.

Gemäß dem geflügelten Wort „Wir haben die Welt nur von unseren Kindern geliehen“ brachten der Domkinderchor, der St. Marienkinderchor und die Christenlehrekinder stellvertretend für alle Lehnsherren die Veranstaltung mit ihrer Musicalinszenierung gegen 16 Uhr zum Abschluss. Den Gesamtabschluss der landesweiten Aktionstage wird ein Vortrag Michael Succows, Träger des Alternativen Nobelpreises, am 26. November im St. Spiritus bilden. 

TIM EHLERS