Damit ist das Konzert seit langem wieder eines der größten in der Hansestadt . „Das ist eine ganz tolle Aktion“, schwärmt Ulrich Höner, der mit Frau extra aus Heringsdorf angereist war. Von Anfang an unterstütze er die Aktion, so der Rentner. „Kunst und Demo gemeinsam zu verbinden ist einfach eine tolle Idee“, sagt der 70-jährige, der sich immer wieder zusammen mit seiner Frau umdrehte und staunte, wie viele Menschen doch den Weg in den Dom gefunden hatten. Kein Wunder, schließlich platze das Programm ja auch aus allen Nähten. Neben Multitalent Thomas Putensen und den Lokalmatadoren von „Krach“ trat auch die Band Morning Rain auf und sorgte mit harmonischem Gitarrenrock für gute Stimmung. „Es ist auf jeden Fall etwas besonderes, im Dom zu spielen“, sagt Sänger und Gitarrist Stephan Holtz. Ohne lang zu überlegen, habe die Band sofort zugesagt. „Es war ein schön gemischtes Publikum und es gab für eine Kirche nicht gerade typisch viel Applaus“, freut sich Bandmitglied Katharina Holtz. Auch die Solotänzer Paloma Figueroa und Martin Schirbels überzeugten zusammen mit der Ostseephilharmonie ebenso wie Jazzpop-Sängerin Susi Koch. Grund zur Freude hatte auch Ulrike Berger, Initiatorin der Volksinitiative „Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin“: „Wir haben schon 5000 Unterschriften zusammen. Dank des Konzertes kamen noch einmal 200 dazu“, berichtete die Politikerin von B 90/Grüne. Allein 800 Unterschriften wurden ihr Donnerstagabend von verschiedenen Mitwirkenden eingereicht. Benötigt werden 15 000. Doch Berger zeigte sich optimistisch: „Wir werden sie bis Ende April zusammen haben. Davon bin ich überzeugt.“ Am Ende war Matthias Gürtler mehr als zufrieden: „Es ist Wahnsinn, wie viele Künstler sich gemeldet haben.“ Ende April soll es eine Fortsetzung des Benefizkonzertes gegen. Denn auch Konstantin Wecker sagte spontan Unterstützung zu. „Die Konzerte sollen ermutigen. Sie sollen den Leuten das Gefühl der Gemeinschaft vermitteln. Die Politiker sollen endlich aufwachen“, so Gürtler. Er hofft, dass der Klang bis nach Schwerin gereicht hat. Und noch etwas fand Gürtler überwältigend: Sage und schreibe 2715, 48 Euro kamen an Spenden vor und nach dem Konzert zusammen. Das Geld soll für nötige Prozesskosten der Kläger gegen das Steinkohlekraftwerk verwandt werden.

FRANZISKA AMLER