Dienstag, 29. April 2008 | Hansestadt Greifswald l 322 Wörter
Ein Vorschlag fürs Klima

Greifswald . Durch Aufforstungen im großen Stil und eine nachfolgende Holzeinlagerung ließe sich das globale Kohlendioxid- und damit auch das anhaltende Klimaproblem lösen. Zu diesem Ergebnis kommen der Greifswalder Professor für Analytische Chemie und Umweltchemie, Fritz Scholz, und Dr. Ulrich Hasse, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl, in einem Essay, das jetzt im Forschungsjournal „ChemSys Chem“ (Chemie und Nachhaltigkeit) veröffentlicht worden ist.
Demzufolge kann das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt werden, indem es in Aufforstungen gebunden und später, inform abgeholzter Bäume für längere Zeit in luftdichten Räumen eingelagert wird. Dadurch soll der globalen Erderwärmung entgegengewirkt werden. Gleichzeitig bliebe der Wertstoff Holz für lange Zeit erhalten, meinen Scholz und Hasse.

Mittels der Photosynthese, die in allen grünen Pflanzen abläuft, wird Kohlendioxid der Atmosphäre entzogen und damit Biomasse gebildet. In Bäumen entsteht hauptsächlich Holz (Zellulose und Lignin). Sowohl in den gemäßigten Gebieten Europas als auch in den Subtropen und Tropen bieten sich günstige Bedingungen für Aufforstungen von Flächen an, die bisher nicht landwirtschaftlich genutzt werden (Brachland). Das dort wachsende Holz könnte unter Sauerstoffausschluss auf geeigneten Bergbaubetrieben, zum Beispiel dem Boden von Braunkohlentagebauen, eingelagert werden. Durch die Einlagerung würde ein wertvoller Rohstoff aufbewahrt, um ihn in Zukunft mit möglicherweise besseren Technologien zu nutzen, heißt es bei Scholz und Hasse. Die von ihnen beschriebene Verfahrensweise wäre ein Paradigmenwechsel, weil erstmals umwelterhaltende Maßnahmen mit einer langfristigen Investition in die Zukunft verknüpft würden. Es würde primär nicht das Ziel verfolgt, den produzierten Wertstoff direkt zu nutzen, sondern er würde dem globalen Kohlenstoffkreislauf entzogen. Das neue Verfahren, so Scholz und Hasse, weise den Vorteil auf, dass es ökonomisch viel günstiger sei als alle bisher bekannten oder geplanten Verfahren. Die Wissenschaftler betonen in ihrem Essay, die Menschen sollten Energie einsparen, und ohne Verbrennung fossiler Brennstoffe kohlendixoidneutral erzeugen.